Full text: Ferdinand Lassalle

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studiert, jetzt warf mich eine förmliche Wut darauf. 
Indem ich die Prozesse führte, wurde ich selbst Jurist; 
in wenigen Monaten konnte ich cs mit den Advokaten 
aufnehmen, und nach zwei Jahren, ich darf es sagen, 
übertraf ich sie alle. 
Gleichzeitig wandte ich mich an die demokratische 
Presse. Die ganze demokratische Presse erhob sich auf 
meinen Ruf. Ich vernichtete den Grafen in der öffent 
lichen Meinung. Es war ein täglicher Kampf und ein 
Kampf auf Leben und Tod. Bei dieser Gelegenheit 
ließ mich Heine, wie ich Ihnen bereits einmal erzählte, 
im Stich, und zwar deshalb, weil die Baronin Meyen- 
dorff die Freundin der anderen russischen Spionin, 
der Fürstin Lieven, und diese wieder die spezielle Freun 
din von Guizot war, von dem Heine eine Pension 
bezog. 
Aber wenn er mir fehlte, so unterstützten mich doch 
andere, und es gab täglich ein Toben in der ganzen 
demokratischen Presse gegen den Grafen. 
Unterdessen kam die Assisensitzung wegen des Kri 
minalprozesses gegen Oppenheim. 
Er gestand die Tat, aber auch die Gründe, die ihn 
dazu verleitet, und da es mehr als unwahrscheinlich war, 
daß er sich durch die Kassette der Frau von Meyendorff 
hatte bereichern wollen, und da die öffentliche Meinung 
vollständig auf unserer Seite war, so wurde er feierlich 
freigesprochen. 
Jetzt aber zeigte er sich schwach. Seine ganze Familie 
war nach Köln gekommen und flehte ihn an, mit ihr 
zurückzukehren. Man bat, beschwor ihn. Und dieser 
Mann, dessen wunderbare Haltung ich soeben gerühmt
	        
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