Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Fertigwaren. 
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Die Einfuhr Deutschlands ist im Verhältnis zur Ausfuhr sehr bedeutend. 
Die hauptsächlichsten Positionen der Einfuhr sind: Gewebe und Bänder aus 
Seide und Halbseide im Werte von 29,5 Mill. Mark; Tüll, Gaze, Krepp, Beutel 
tuch im Werte von 9,4 Mill. Mark und Spitzenstoffe, Spitzen und Stickereien 
im Werte von 3,1 Mill. Mark. 
Die Ausfuhr an Seiden- und Halbseidenwaren ist gegen 1890 nicht 
unwesentlich zurückgegangen, während die Ausfuhr der beiden anderen Länder, 
die sich der Seidenindustrie stärker widmen, gestiegen ist. Die später folgende 
Einzelbesprechung betreffend die Entwickelung der Seidenindustrie Deutschlands 
geht hierauf näher ein. 
Leinen. Die Ein- und Ausfuhr an Fertigwaren im Jahre 1913 beträgt: 
Einfuhr 
Ausfuhr 
in Deutschland 
6,7 Mill. Mark 
23,6 Mill. Mark 
„ Großbritannien 
24,4 „ 
169,8 „ 
„ Frankreich 
3,8 „ 
23,7 „ 
Die Einfuhr Deutschlands ist nicht bedeutend und besteht vornehmlich 
aus gebleichten, gefärbten, bedruckten und buntgewebten Stoffen, die zum 
größeren Teile aus Großbritannien, zum kleineren Teile aus Österreich-Ungarn 
kommen. Ein günstiges Zeichen ist, daß die Einfuhr an Fertigwaren seit 1890 
in steter Abnahme begriffen ist, während die Ausfuhr in der gleichen Periode, 
wenn auch nur langsam steigend, zunahm. Soweit die Ausfuhr an Fertigwaren 
in Betracht kommt, ist diese aus Deutschland höher als aus Frankreich, wohin 
gegen die Ausfuhr Großbritanniens der Ausfuhr Deutschlands und Frankreichs 
wesentlich überlegen ist. 
Jute. Die Ein- und Ausfuhr an Fertigwaren im Jahre 1913 beträgt: 
Einfuhr 
Ausfuhr 
in Deutschland 
3,5 Mill. Mark 
2,7 Mill. Mark 
„ Großbritannien 
59,0 „ 
125,9 „ 
„ Frankreich 
0,5 „ 
10,4 „ 
Ein- und Ausfuhr Deutschlands sind nicht von Belang. In beiden Fällen 
handelt es sich um Jutegewebe und Säcke. Die Produktion Deutschlands dient 
fast vollständig dem Inlandsbedarf. 
Konfektion und Posamente. Die Besprechung erfolgt bei dem späteren 
Abschnitt über die Entwickelung der Konfektionsindustrie. 
Kunstseide. Im Jahre 1913 beträgt die Einfuhr 18,7, die Ausfuhr 9,9 Mill. Mk. 
Die Einfuhr mit diesem verhältnismäßig hohen Betrage ist nur darauf zurück 
zuführen, daß die nach dem Nitrozelluloseverfahren hergestellte Kunstseide 
(Chardonnetseide) der hohen inländischen Alkoholpreise halber im Auslande 
billiger hergestellt werden konnte als im Inlande. Eine Ermäßigung der Alkohol
	        
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