Einfuhr von Textilwaren.
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Baumwolldecken und Kotzen. Nach den statistischen Anteilziffern
fällt von der Einfuhr von 6,11 Mill. Mark der Betrag von 3,78 Mill. Mark auf
Großbritannien. Wie in Geweben das Deutsche Reich, so nimmt in Decken und
Kotzen Belgien unter den fremden Konkurrenzländern die erste Stelle ein
(1,22 Mill. Mark), obschon Deutschland mit 0,94 Mill. Mark unmittelbar folgt.
Schale kommen zuvörderst aus Großbritannien. Der nächste Konkurrent
ist das Deutsche Reich und in noch weiterem Abstande folgt Belgien.
Wirkwaren (Unterkleider) zeigen, wie die anderen Baumwollwaren,
dasselbe Bild: Großbritannien fällt der Löwenanteil zu und die Konkurrenz der
fremden Länder bewegt sich in verhältnismäßig kleineren Werten. Eine Aus
nahme macht in der Mehrzahl der Baumwollwaren nur Deutschland, dessen
Anteil jenem anderer Länder immer noch weit vorangeht. In Schalen — dem
einzigen Artikel — hat jedoch Belgien die Oberhand.
Seidenwaren, Gewebe. An dem Efandel in diesem Artikel sind Frank
reich und die Schweiz in erster Linie interessiert. Einen guten Anteil hat
Japan zu verzeichnen, während Großbritannien erst an vierter Stelle folgt. Die
Anteile Deutschlands, Chinas und Italiens bewegen sich ungefähr auf gleicher
Höhe. Ferner ab stehen Indien, Österreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten
von Amerika.
Wollwaren, Gewebe. Das englische Fabrikat deckt zum allergrößten
Teil die Erfordernisse des südafrikanischen Marktes. Frankreich und Deutsch
land haben einigen Einfuhranteil, der sich für die anderen Konkurrenzländer
auf ganz kleine Beträge vermindert.
Wolldecken und Kotzen sind, wie alle Wollwaren, vorwiegend eng
lischen Ursprungs und die Konkurrenz anderer Länder fällt in diesem Artikel
noch weiter ab.
Teppiche. Die südafrikanischen Importeure besorgen den Einkauf von
Teppichen zumeist durch ihre Londoner Häuser. Im Hinblick auf die kleinen
direkten Anteile Indiens, der Türkei und Japans darf angenommen werden, daß
in der britischen Ziffer ein beträchtlicher Teil der Provenienzen anderer Länder
enthalten ist.
Posamentier- und Putzwaren, nicht besonders benannt, sind von
21,60 Mill. Mark im Jahre 1910 auf 19,98 Mill. Mark im Berichtsjahre zurück
gegangen. Nichtsdestoweniger bildet diese Warengruppe eine der größten in
der kapländischen Einfuhr, und Großbritannien steht mit seinem Einfuhranteil
— wie in den meisten Warengruppen — weit oben an. Von der diesjährigen
Einfuhr entfiel der enorme Wert von 13,82 Mill. Mark auf Großbritannien. In
allen Artikeln, in welchen größere Billigkeit mit befriedigender Qualität sich
paart, fällt der Vorteil des größten Anteils unter den fremden Ländern in der
Regel Deutschland zu. Auch in Posamentier- und Putzwaren verdankt das
Deutsche Reich diesem günstigen Zusammentreffen beider Voraussetzungen
seinen guten Anteil an der kapländischen Einfuhr.