Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Deutsch - Ostafrika. 
Die Herkunftsländer waren: 
Deutschland 
England 
.4,12 Mill. Mk. 
■ 1.46 „ „ 
Übriges Europa 2,83 Mill. Mk. 
Zanzibar . . . 1,34 „ - 
Übriges Afrika . 2,62 Mill. Mk. 
Britisch-Indien 3,34 „ „ 
Andere Länder 0,31 „ „ 
Betreffs der Herkunftsländer der Textilwaren bemerkt der amtliche Bericht, 
daß die Angaben der Herkunftsländer nur so aufzufassen sind, daß sie darüber 
Auskunft geben, von welchem Lande die Waren versandt, nicht aber darüber, 
wo sie hergestellt wurden 1 ). 
Inlandsverbrauch an Textilwaren, 
Die Einfuhr betrug 16,02 Mill. Mark. 
Deutsch-Ostafrika hatte im Jahre 1912 eine Bevölkerung von ungefähr 
7661 000. 
Der Verbrauch an Textilwaren pro Person und Jahr betrug demnach: 
2,09 Mark einschließlich Jutewaren. 
Baumwollgewinnung. 
Von den deutschen Kolonien hat sich Deutsch-Ostafrika für die Gewinnung 
der Baumwolle am besten entwickelt. Die Ergebnisse zeigen noch die Anfangs 
schwierigkeiten, die in der Natur der Aufgabe liegen, aber die jährliche Steige 
rung ist bereits eine beträchtliche. Der Ausfuhrwert der rohen Baumwolle betrug 
1908 
0,2s 
1909 
0,44 
1910 
o,7S 
1911 
1,33 
1912 
2,11 Mill. Mark. 
Die Baumwollkulturen unterscheiden sich in solche, die von den Ein 
geborenen gepflegt und bearbeitet werden, und in sogenannte Europäerkulturen, 
die mehr Faktoreien darstellen. Ein jährlicher Fortschritt war in beiden Rich 
tungen wahrzunehmen. Zunächst mußte die Hauptschwierigkeit, die richtige 
Auswahl der für den Baumwollanbau geeigneten Gebiete, überwunden werden. 
Hierbei erwies sich für den Baumwollanbau der Eingeborenen der Übergang 
von den ägyptischen Sorten zu den amerikanischen (Upland) mehr und mehr 
als fördernd, da letztere bei zwar qualitativ etwas geringerem Produkt mehr an 
Masse bringen und sich gegen Krankheiten und Witterungsungunst im allgemeinen 
widerstandsfähiger erwiesen haben. 
Einfuhr von Textilwaren in Deutsch-Ostafrika. 
Im amtlichen Bericht vom Jahre 1911 wird erwähnt, daß es Deutschlands 
Textilindustrie bisher nicht gelungen ist, sich entsprechend an der Einfuhr zu 
beteiligen. In nachstehender Aufführung werden die wichtigeren im Handel 
erscheinenden Gewebe und ihr Ursprungsland angegeben * 2 ). 
B Dies ergibt sieb auch, wenn wir die wirkliche Ausfuhr Deutschlands an Textilwaren nach 
Deutsch-Ostafrika nach der Statistik des Deutschen Reiches, Bd. XIV, S. 271, zusammenstellen. Die 
Ausfuhr im Jahre 1912 beträgt dann annähernd 1,2 Mill. Mark, so daß die restlichen 3 Mill. Mark, 
die von Deutschland eingeführt wurden, aus dem Auslande kamen. 
2 ) Berichte über Handel und Industrie 1913, Bd. XVIII, Heft 11.
	        
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