Belgisch-Kongo.
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Inlandsverbrauch an Textilwaren.
Die Einfuhr im Jahre 1912 betrug 10,63 Mill. Mark.
Die Bevölkerung wird amtlich auf 15 Mill. geschätzt, von einer anderen
Seite auf 9 Mill. und einer dritten auf 15,5 Mill. Wenn wir die Bevölkerungs
zahl mit 15 Mill. als Grundlage annehmen,
beträgt der Verbrauch an Textilwaren pro Person und Jahr
0,70 Mark.
Baumwolle wird im Belgisch-Kongo bisher nicht gewonnen, dagegen sind
Maßnahmen zur Einführung der Seidenraupenzucht getroffen worden. Der bel
gische Kolonialminister hat mit der Gesellschaft „The African Silk Corporation
Limited“ einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem dieser 20 000 ha Land zur
Seidenraupenzucht pachtweise überlassen werden. Die Gesellschaft verpflichtete
sich, vom siebenten Jahre an mindestens 10 kg rohe Seide pro Hektar herzustellen.
Einfuhr von Textilwaren im Belgisch-Kongo.
Belgisch-Kongo hat bereits eine starke Einfuhr an Textilwaren.
Baumwollgewebe. Diese bilden nach dem „Renseignements de l’Office
Colonial“ !) in Katanga einen wichtigen Handelsartikel bei der Eingeborenen-
Bevölkerung. Während von Männern der großen Zentren die konfektionierten
Bekleidungsstücke bevorzugt werden, sind im Innern die Negerschurze
beliebt. Die eingeführten Gewebe bestehen in gewöhnlichen Geweben im Stück
(indigofarbige Drilliche, Amerikani, bedruckte und appretierte Cotonettes),
ferner in Negerschurzen, konfektioniert oder im Stück, sowie in Geweben zur
Herstellung von Kleidern für Europäer und zur Zimmerausstattung (Vorhänge usw.).
Außer Amerikani und indigofarbigem Drillich werden auch viele bedruckte
Gewebe gehandelt, deren vorherrschende Farben rot, schwarz und weiß sind.
Die Gewebe sind im allgemeinen 1,20 m breit und werden in Stücken von 60 cm
Breite verkauft. Eine größere Verschiedenheit in Farbe, Muster und Qualität
zeigen die Negerschurze. Sehr wichtig für die Fabrikanten ist das Größen
verhältnis derselben. Sind sie zu breit oder zu lang, ist ihr Verkauf schwer.
Die gewöhnlichen Größen sind: etwa 1,80 m lang, 1,35 m breit (= 72 x 48Zoll).
Die konfektionierten Schurze sind im allgemeinen von besserer Qualität; nicht
selten werden sie von Europäern als Tischdecken verwendet. Die Negerschurze
im Stück sind ordinärer. Aus dem Stück können meistens zwölf Schurze her
gestellt werden, indem man den Einschlag mitten durchschneidet. Auch Tücher
aus bedruckter Baumwolle sind gangbar, welche die Frauen um die Taille
legen und um den Kopf wie einen Turban wickeln. Seit einigen Monaten
werden auch Gewebe aus ordinärer und mercerisierter Baumwolle, aus
Flanell usw. eingeführt, die von Europäern zur Herstellung von Wäschegegen-
v ) Textilzeitung Berlin 1912, S. 677.