Full text: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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und des Verschwindens der Unternehmer hin. Denn wenn keine 
günstige Situation vorliegt und es infolgedessen nach Schum- 
peters Aussagen. bei gleicher Begabung aller Wirtschafts- 
subjekte zu einem „scharenweisen‘“ Auftreten der neuen Unter- 
nehmungen nicht kommen kann, wie soll es erst die beschränkte 
Zahl der vorhandenen begabten Individuen dazu bringen? Man 
kann eben dann nur annehmen, daß doch eine günstige Situation 
für die Unternehmerschar deshalb besteht, weil sie in der Statik 
fehlen und deshalb die Daten dort nicht mit beeinflussen. Daraus 
folgt aber, daß Schumpeter seine Behauptung, daß sich der 
Aufschwung jedesmal wieder aus einem annähernden Gleich- 
gewichtszustand erhebt und der Unternehmer das primäre Agens 
der Entwicklung darstellt?), nur dann aufrecht erhalten kann, 
wenn er die Unternehmer aus der Statik ausschließt. Denn würde 
der Unternehmer ein Datum des statischen Systems sein, 
so müßte, wenn auch nur annähernd ein Gleichgewicht herrschen 
sollte, diese Größe entsprechend berücksichtigt werden, und für 
die Unternehmer bestünde infolgedessen am Ende der De- 
pression überhaupt keine Möglichkeit, etwas mit Erfolg zu 
ändern. Man kommt also dann zu dem Schluß, daß die von 
Schumpeter gegebene Erklärung für das Auftreten der Unter- 
nehmer nicht ausreicht, sondern noch eine andere Erklärung 
im Hintergrunde stehen muß, die uns Schumpeter jedoch 
verschweigt. 
Schumpeters Ausführungen, daß das Wirtschaftssubjekt 
mit Unternehmermotiven nicht in das Schema eines Gleich- 
gewichtszustandes gepreßt werden könne, daß der Konjunktur- 
zyklus kein Perpetuum mobile sei?), sondern sich jedesmal, 
durch die primäre Ursache des Unternehmers hervorgerufen, 
aus der Depression aufs neue erhebt, und schließlich, was ja schon 
daraus folgt, daß wirtschaftliche oder außerwirtschaftliche 
Datenänderungen nur fördernde Bedingungen, nicht Ursache 
des Auftretens der Unternehmer sind und man daher von einer 
Wirtschaft mit konstanten Daten ausgehen kann, führen also 
1) Vgl. z. B. Schumpeter, Entwicklung, S, 97, 334ff., 357. Schum- 
peter, Joseph, Die Wellenbewegung des Wirtschaftslebens, Arch. f, 
Sozialwiss. u. Sozialpol., 39. Bd., Tübingen 1915, S. 5/6, 25. 
2) ebda., S. 6.
	        
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