Object: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

l über den Begriff der Territorialwirtschaft). 1 
Zustand aufgefaßt wurden!). Er beschreibt die Stellung der 
preußischen Regierung im 18. Jahrhundert in folgender Weise : 
„Man könnte sagen, die Gesetzgebung habe die Ausbildung 
größerer Geschäfte und ihre Konkurrenz untereinander fördern 
oder nicht hindern wollen, habe aber doch jede Wendung zum 
spekulativ-kapitalistischen Betrieb unter dem Handwerk noch 
als ein Übel angesehen?).“ 
Ohne den zähen Widerstand der Zünfte hätte die Groß 
industrie zweifellos mehr Terrain gewonnen3). In ihrem Kampfe 
gegen dieselbe kam ihnen nicht bloß die Haltung der Regierungen 
zu statten, sondern auch ihre vom Mittelalter ererbte wirtschast- 
liche Organisation. Für einzelne Gewerbe, die ohne größeres 
Anlagekapital nicht betrieben werden konnten, waren im Mittel 
alter Anstalten zu gemeinsamer Benutung errichtet worden, 
die sich entweder im Eigentum der Stadt oder in dem der Zünfte 
befanden‘). Durch sie erhielt der einfache Handwerksmeister 
die Vorteile, die sonst großer Kapitalbesiß gewährt. Solche 
gemeinsamen Anstalten sind nun auch in den neueren Jahr- 
1) Über die Frage, in welchem Umfang die Zunftverfassung in 
Preußen im Zeitalter des Merkantilismus beseitigt worden ist, vgl. 
im einzelnen z. B. Croon, Zunftzwang und Industrie im Kreis Rei- 
chenbach, Ztschr. f. Gesch. Schlesiens 43, S. 118 Anm. 1,, .S. 122| 
S. 126, S. 311 (Durchbrechung der alten wirtschaftlichen Trennung 
von Stadt und Land), S. 327, S. 328 Anm. 1. Stieda, H. Z. 105, 
S. 464 (Aufschwung der Textilindustrie in der Grafschaft Mark unter 
dem Schut der preußischen Regierung). Der Entwicklung des Tabak- 
gewerbes in Köln im 18. Jahrh. (H. Z. 114, S. 691) kam seine völlige 
Freiheit vom Zunftzwang zu statten, die neben dem handwerksmäßigen 
Betrieb die immer mehr in Aufnahme kommende fabrikmäßige Orga- 
nisation ermöglichte. Es lassen sich Fabriken mit 50 Arbeitern fest- 
stellen. 
?) Umrisse, S. 452. Schmoller äußert sich daselbst weiter über 
die Stellung der Kaufleute, von der er meint, daß sie im Verkauf 
von Produkten des Handwerks freiere Bewegung erhielten. Hierzu 
nachher noch ein Wort. 
3) Vgl. übrigens oben S. 246! 
+) Vgl. Schönberg, Jahrbücher für Nationalökonomie, Bd. 9, 
S. 113. Diese Tatsache wird in dem oben S. 553 Anm. 1 erwähnten 
Aufsatze von Martin nicht genügend gewiùirdigt. 
§7 :
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.