Full text : Die Landwirtschafts-Genossenschaften Sowjet-Rußlands

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sonstigen  notwendigen  Wirtschaftsartikeln.  Ungeachtet  einer
Reihe  noch  bestehender  objektiver  Schwierigkeiten  wird  der  Organisation ­
  des  genossenschaftlichen  Eigenbetriebs  allseitig  bedeutende ­
  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Gegenwärtig  verfügen  die
Landwirtschaftsgenossenschaften  bereits  über  ein  breit  ausgedehntes ­
  Netz  landwirtschaftlicher  Industriebetriebe  aller  Art.
Als  eine  besondere  Errungenschaft  der  Landwirtschaftsgenossenschaften ­
  ist  zu  betrachten,  daß  sie  einen  bedeutenden
Platz  im  Außenhandelsmonopol  des  Sowjetstaates  einnehmen.

Die  Maßnahmen  gegen  die  Mißernte
Es  ist  selbstverständlich,  daß  die  Landwirtschaftsgenossenschaften ­
  sich  in  hervorragender  Weise  an  den  Kampagnen  beteiligen, ­
  die  gegen  die  Mißernte  unternommen  worden  sind.  Der
Arbeitsplan  des  ,,Selskosojus“  erstreckt  sich  sowohl  auf  die  unmittelbare ­
  Versorgung  der  Bevölkerung  mit  Verpflegsartikeln  und
Saatgut,  als  auch  auf  Agrikulturmaßnahmen,  die  auf  längere
Perioden  berechnet  sind.  Zur  kommenden  Anbausaison  im  Frühjahr ­
  1925  sollen  2  000  000  Pud  Sommersaatgut  in  die  betreffenden
Gebiete  geliefert  werden.  Die  Landwirtschaftsgenossenschaften
dieser  Rayons  werden  1  000  000  Pud  Saatgut  auf  Kredit  zur  Verfügung ­
  gestellt  bekommen,  wobei  die  Kreditfrist  bis  zum  Eingang
der  neuen  Ernte  festgesetzt  ist.  Die  lokalen  Verbände  der  Landwirtschaftsgenossenschaften ­
  haben  bis  jetzt  bereits  600  000  Pud
verschiedenen  Brotgetreides  angefordert.  Hiervon  ist  bereits  ein
großer  Teil  geliefert.  Um  den  Viehstand  in  den  Mißefntegebieten
erhalten  zu  können,  überläßt  der  „Selskosojus"  den  dortigen  Viehbesitzern ­
  Futtermittel  als  Darlehen  für  die  Dauer  von  lh>  Jahren.
Dadurch  wird  es  ermöglicht  sein,  25  000  Stück  Großvieh  und  125000
Stück  Kleinvieh  trotz  der  Mißernte  weiter  erhalten  zu  können.  Um
den  Viehaufkauf  durch  Privathändler  zu  Schleuderpreisen  zu  verhindern, ­
  organisiert  der  „Selskosojus"  den  Aufkauf  von  25  000
Stück  Vieh,  deren  Verkauf  in  anderen  Gebieten  ebenfalls  vorbereitet ­
  wird.  Bis  jetzt  wurden  für  diese  Viehverkaufsoperationen
an  11  lokale  Verbände  825  000  Rubel  zur  Verfügung  gestellt.
Schließlich  hat  der  „Selskosojus"  in  die  von  der  Mißernte  getroffenen ­
  Gebiete  eine  bedeutende  Anzahl  von  landwirtschaftlichen ­
  Maschinen  geschickt,  darunter  die  im  September  aus
Amerika  erhaltenen  500  Traktoren  „System  Fordson",  sowie  viele
Pflüge,  Sämaschinen,  Tellerwalzen  usw.  Die  Maschinen  werden
den  Bauern  gebrauchsfertig  geliefert.  Zu  diesem  Zwecke  sind
Ingenieure  und  Monteure  hingeschickt  worden,  die  Kurse  und
praktische  Uebungen  für  die  Bauern  veranstalten.  Es  ist  auch
dafür  gesorgt,  daß  die  lokalen  Landwirtschaftsgenossenschaften
genügende  Vorräte  an  flüssigem  Heizmaterial  und  Schmierfette
auf  Lager  haben.
            
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