Full text : Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

Berlin  dehnt  sich  demnach  in  drei  Richtungen  aus:
1.  nach  Südwesten  auf  dem  von  der  Bäke  durchsiosfenen  und  vom
Grunewald  flankierten  Plateau,  an  der  Ringbahn,  Wetzlarer-,
Potsdamer-,  Anhalter-  und  Wannseebahn,  wo  eine  große  Anzahl
Vororte  entstanden  sind,  die  meist  von  den  wohlhabenden  Klassen
bewohnt  werden;
2.  nach  Osten  und  Südosten:  Das  zweite  große  Vorortgebiet  bilden
die  von  der  Schlesischen  und  Görlitzer  Bahn  durchschnittenen
Waldlandschaften  an  der  Spree  und  Dahme,  die  trotz  ihrer
größeren  landschaftlichen  Schönheiten  bei  der  wohlhabenden ­
  Bevölkerung  an  Beliebtheit  bedeutend  hinter  dem  Südwesten
zurückstehen;  während  im  Südwesten  die  Gebiete  ausschließlich
dem  Wohnbedürfnis  dienen,  ziehen  sich  hier  an  den  Ufern  der
Dahme  und  Spree  Fabrikgebäude  bis  Grünau  und  im  Norden
bis  Köpenick  hin,  deren  Arbeiterschaft  meist  in  den  östlichen  Vororten ­
  mit  Mietshauscharakter  wohnt.  Auch  in  Friedrichshagen,
Rüdersdorf  und  Königswusterhausen  befinden  sich  industrielle
Niederlassungen.  Dazwischen  aber  liegen  große  Strecken  königlichen ­
  Waldes,  wo  zahlreiche  vom  kleineren  oder  wohlhabenderen
Mittelstand  bewohnte  Landhauskolonien  eingesprengt  sind,  deren
Erhaltung  durch  den  Landhauszwang  gewährleistet  ist;
3.  nach  Norden:  Dieses  waldärmere  Gebiet  an  der  Nordbahn  trägt
ähnlichen  Charakter,  ist  jedoch  sehr  viel  schwächer  bevölkert.  Z
Kleinschönebeck-F.  gehört  nun  zu  den  unter  2.  charakterisierten
östlichen  Vororten  Berlins  und  liegt  an  der  Vorortstrecke  Potsdam  —
Berlin—Erkner—Fürstenwalde.  Die  Verkehrsgelegenheiten  können  als
sehr  günstig  bezeichnet  werden,  obwohl  natürlich  nach  immer  größerer
Vollkommenheit,  wie  Elektrisierung,  Einlegung  von  Zügen,  größerer
Schnelligkeit  verlangt  wird.  Dem  Vernehmen  nach  soll  in  der  Tat
die  in  den  nächsten  Jahren  durchzuführende  Elektrisierung  der  Stadtbahn ­
  zuerst  auf  dieser  Strecke  vorgenommen  werden.
Die  Bahnstation  ist  Rahnsdorf.  Der  erste  Zug  geht  dort  ab  in
der  Richtung  nach  Berlin  werktäglich  4.E,  sonntäglich  4.!£,  der  letzte
werktäglich  1221,  sonntäglich  122:.  Der  erste  Zug  trifft  aus  Berlin
ein,  werktäglich  5.2i,  sonntäglich  5.H  der  letzte  werktäglich  2.1 1  und
sonntäglich  2.H.  Die  Fahrzeit  bis  zum  Schlesischen  Bahnhof  beträgt
38  39  Min.,  bis  Bahnhof  Alexanderplatz  45—46  Min.  und  Bahnhof
Friedrichstraße  51—52  Min.  Es  verkehren  werktäglich  nach  jeder
Richtung  49  Züge,  Sonntags  im  Winter  nach  jeder  Richtung  41,  im
Sommer  116  Züge  nach  Berlin  und  117  von  Berlin.

9  Vgl.  Paul  Voigt  a.  a.  O  ,  S.  153  ff.
            
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