Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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taun. Es würden sich aber auch hier zur richtigen Erfassung des 
landwirtschaftliche!: und Bauplatzwertes Normen finden lassen, wie die 
Lösung der Schwierigkeit in Halle a. S. zeigt, wo für den landwirt 
schaftlich genutzten Boden pro cpm 1 Mk. Durchschuittspreis angenommen 
wird, jeder Besitzwechsel von Land mit einem größeren Durchschnitts 
wert jedoch als Bauplatz dem höheren Steuersatz unterliegt. Ähnliche 
Modifizierungen, wie in Essen seit 1897, wo der für inibebaute Grund 
stücke erhobene Steuerzuschlag zurückgezahlt wird, wenn das Grundstück 
innerhalb l 1 /, Jahren bebaut wird, hielte ich auch für gerechtfertigt, 
wenn ich mich mit dem Gedanken befreunden könnte, daß die Umsatz 
steuer in so hohem Maße der Bodenpolitik zu dienen habe. Erkenne 
ich also die Möglichkeit der Trennung auch für Kleiuschönebcck-F. an, 
so verneine ich doch die Zweckmäßigkeit. Wenn die Steuer in der 
Gemeinde besteht, so sind ebenso, wie zur Zeit ihrer Einführung im 
Jahre 1895 noch heute fast nur finanzielle Gesichtspunkte für ihre 
Anwendung maßgebend, wenn mau sich auch bei der Einführung die 
größten Einnahmen von den spekulativen Umsätzen in der Kolonie 
versprach. 
Eine wirklich erfolgreiche Bodenpolitik auf steuerlicher Grundlage 
ist erst möglich, wenn eine Besitzsteuer mit moderner Besitzwechselsteuer, 
der Wertzilwachssteuer, kombiniert wird. Dieses kombinierte Steuer 
system bietet neben dem Vorteil bedeutender finanzieller Leistungen die 
Möglichkeit, mit größtem Erfolge übertriebener Spekulation und damit 
der Preistreiberei entgegenzutreten. Durch dieses System trifft mair 
nach Eberstadt sowohl die Spekulation mit Kapital, wie diese ohne 
Kapital. Der kapitalschwache Spekulant hat auf seine Terrains nur 
eine bestimmte Anzahlung geleistet, die er vielleicht auch noch geliehen 
hat, und muß für die Hauptsumnien jährlich einen erheblichen Zins 
zahlen. Er kann also nur Grundstücke erwerben, deren Bebauung in 
nächster Zeit zu erwarten steht, da er die Zinslast nicht auf lange 
Zeit aushalten kann. Er muß seine Grundstücke möglichst schnell zu 
verwerten suchen, ist auf rasche Umsätze angewiesen, kann daher auch 
niemals für längere Zeit die Bautätigkeit aussperren. Diese die Preis 
treiberei begünstigenden Umsätze sind nur durch eine Besitzweckiselsteuer 
zu treffen. 
Die Spekulation der starken Hai:d kauft dagegen größere Komplexe 
an, zahlt diese bar aus, hat daher keine Zinslasten und kann warten, 
bis das Land in den gewünschten Preis hineingewachsen ist; bis dahin 
bleiben die Grundstücke außer Verkehr. Diese Art der Spekulation ist 
nur durch eine Besitzsteuer, die Steiler nach dem gemeinen Wert, zu 
erfassen.
	        
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