Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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Anregung wurde int Jahre 1899 öffentliche Straßenbeleuchtung einge 
führt; bis dahin hattten in der Kolonie Unternehmer und Vereine diese 
Kosten auf sich genommen. Es wurde Petroleumbeleuchtung eingeführt 
und bestimmt, „daß die Laternenpfähle aus Eisen fein müßten, und 
aus Sparsamkeitsrücksichten alt von einer Berliner Vorortgemeinde ge 
kauft werden sollen." Die alsdann eingeführte öffentliche Straßen 
beleuchtung bestand aus 36 Laternen, davon 16 für das Dorf, 20 für 
Fichtenau. Ein Brennkalender wurde nicht aufgestellt, nur bestimmt, 
daß au mondhellen Nächten die Laternen nicht angezündet werden. 
Die Anzahl der Brennstunden war also gering, wie auch die Kosten 
ein äußerst bescheidenes Maß nicht überschritten. Die Bedienung der 
Straßenlaternen erfolgte nebenamtlich durch die Nachtwächter, später, 
besonders ini Winter, wurde in der Kolonie ein zweiter Laternen 
anzünder angestellt. Mit zunehmender Ansiedlung wurden Ansprüche 
und Bedürfnis nach besserer Beleuchtung größer. Die Folge war eine 
dauernde Vermehrung der Laternen im Dorfe wie in der Kolonie. 
Anfang des Jahres 1908 wurde die Einführung moderner Be 
leuchtung beschlossen, und zwar entschied man sich für Gas. Die für 
Rechnung der Gemeinde erbaute Gasanstalt wurde Anfang 1910 in 
Betrieb gesetzt und der Baufirnia bis auf weiteres pachtweise überlassen. 
Die Gemeinde verpflichtete sich, durch ihre Beamten die Apparate und 
Gegenstände der öffenlichen Beleuchtung überwachen zu lassen und die 
infolge von Tumulten und Straßenaufläufen hervorgerufene Beschädigung 
nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen zu tragen. Die Zahl der 
öffentlichen Straßenlaternen wurde vorläufig auf 80 mit einer jährlichen 
Durchschnittsbrennzeit von 150 Stunden und der Preis der Bienn- 
stunde auf 3 Pfg. festgesetzt, Bedienung und Instandhaltung der La 
ternen einbegriffen. Durch Einführung der Gasbeleuchtung wuchsen die 
Kosten ganz bedeutend, die Ersparnis durch den Wegfall der Laternen 
anzünder fiel gar nicht ins Gewicht. Als Grundlage für die Berech 
nung der an die Gasanstalt zu zahlenden Beträge stellte man nun 
auch den ersten Brennkalender auf, der zwischen Abend- und Nacht 
lampen unterschied und für jeden Monat die nötigen Brennstunden 
bestimmte. Die Brenndauer der Abendlampeu wurde auf 11 Uhr, die 
der Nachtlampen bis zum Eintreffen des letzten Zuges aus Berlin auf 
2 l U Uhr festgesetzt. An Brennstunden waren für die 12 Monate 
April 1910 bis März 1911 vorgesehen: 10237, 7562,5, 5387,5, 
5968,75, 8556,25, 11368,75, 15493,75, 17675, 19693,75, 
19581,25, 14293,75, 13368,75, allerdings die Anzahl der Lampen 
auf 100 berechnet, welche Zahl denn auch nach vollständiger Einrichtung 
der Straßenbeleuchtung erreicht war. 
Die Gemeinde Kleinschönebeck-F. hat seither in ihrem hängenden
	        
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