Full text : Die Deutsche Volkspartei und ihr politisches Programm

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ich  in  der  Mittagsversammlung  im  Schlosse  den:  Herrn  Minister-Präsidenten
  namens  der  Fraktion  mitgeteilt,  daß  die  Stimmen
der  Deutschen  Volkspartei  gegen  de»  Frieden  abgegeben  werde»
würden.  lBeifall.)
s  Diese  Tatsache  möchte  ich  hier  einmal  unzweifelhaft  feststellen
gegenüber  den  Legenden,  die  davon  sprechen,  als  wenn  wir  in
diesem  Standpunkte  jemals  wankend  geworden  wären.  Nein,
wankend  waren  die  anderen,  die  erst  in  der  Aula  der  Universitär
Berlin  davon  sprachen,  daß  die  Hand  verdorren  müsse,  die  einen
solchen  Vertrag  unterschriebe  (sehr  richtig!),  und  die  dann  nachher ­
  diesem  Vertrage  sich  beugten.
Was  dazwischen  vor  sich  gegangen  ist,  gibt  vielleicht  die  Erklärung ­
  für  die  Lage,  in  die  das  deutsche,  Parlament  später  gekommen ­
  ist,  denn  die  Zeit,  die  zwischen  der  Sitzung  in  der  Aula
der  Berliner  Universität  am  12.  Mai  und  der  letzten  Tagung
von  Weimar  liegt,  war  erfüllt  von  einem  harten,  erbitterten
Kampfe  zwischen  dem  Manne,  der  in  Versailles  für  uns  die
Verhandlungen  führte  und  in  einer  auch  von  uns  anzuerkennenden ­
  Weise  sich  bemühte,  den  Vertrag  zu  mildern,  dem  Chef  der
Friedenskommission,  Grafen  Brockdorff-Rantzau,  und  jenem
Mitglieds  des  Reichskabinetts,  das  vom  ersten  Tage  ab  keinen
Hehl  daraus  machte,  daß  es  den  uns  vorgelegten  Vertrag  glatt
annehmen  würde.  sPfuiruse.)  Dieses  Duell:  Graf  Brockdorft-Rantzau-Erzberger,
  diese  Minierarbcit,  die  gegen  unseren  Versailler ­
  Vertreter  geführt  worden  ist,  hat  letzten  Endes  am
meisten  dazu  beigetragen,  daß  die  Versuche,  die  Härten  dieses
Vertrages  zu  mildern,  nicht  Erfolg  haben  konnten.  sSehr  richtig!) ­
  Das  ist  die  schwierige  Situation,  vor  der  dann  die  Parteien ­
  standen,  die  ja.  das  eine  sich  sagen  mußten,  daß  ihr  „Ja"
Deutschland  langjähriger  politischer  Unfreiheit  entgegenführt^
daß  ihr  „Nein"  uns  Kämpfe  brächte,  für  deren  sicheren  Erfolg
uns  die  Waffen  fehlten,  die  wir  zu  frühzeitig  abgegeben  hatten.
Bei  der  außerordentlichen  Verantwortung,  die  hier  vorlag,
lehne  ich  es  für  meine  Person  ab,  denjenigen  moralisch  Vorwürfe ­
  zu  machen,  die  schließlich  glaubten,  dem  Frieden  zustimmen
zu  müssen.  Meiner  Auffassung  nach  war  das  Schicksal  Deutschlands ­
  nicht  an  diesem  Tage  zu  entscheiden,  sondern  es  wurde  entschieden, ­
  als  der  Waffenstillstand  angenommen  wurde.  sSehr
            
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