richtig!) Wer sich waffenlos macht, wer sich -er Macht begibt,
der hat nicht mehr die Möglichkeit, dem Recht zum Siege zu verhelfen.
(Sehr richtig!)
Es ist eine ganz törichte Utopie, ein ganz törichtes Schlagwort,
davon zu sprechen,.wie wir es jetzt vielfach hören: An die
Stelle der alten Bismarckschen Machtpolitik, die nun der Vergangenheit
angehöre, sei jetzt die Politik des Rechtes getreten,
deren Träger die heutige Regierung wäre. Als wenn jemand
das Recht seines Volkes im Laufe der Weltgeschichte jemals hätte
durchsetzen können, wenn ihm nicht die Macht gegeben gewesen
wäre. (Beifällige Zustimmung.) Und wenn wir in Weimar
hören, daß wir hinausgewachsen feien über den Geist Bismarcks
(Lachen und Zuruf: Erzberger!), so kann eine derartige Aeußerung
lediglich die bittere Empfindung des Tragikomischen erregen
(sehr richtig!), aber nicht verlangen, irgendwie sachlich
debattiert zu werden.
Was hat man uns denn nicht alles in den Tagen, als es sich
um den Waffenstillstand handelte, versprochen von dem neuen
Deutschland, das da kommen sollte! Ich muß auf diese Zeiten
eingehen, denn von der Haltung, die man zu jener Zeit eingenommen
hat, hängen die neuen Parteibildungen in Deutschland
ab. Man überlege sich doch, was damals die große Masse des
Volkes dem demokratischen und republikanischen Gedanken geneigt
machte. Hat man uns denn nicht
in tausendfacher Weise betörend in die Ohren geraunt,
die Feinde führten gar nicht den Krieg gegen das deutsche Volk,
sie führten nur den Krieg gegen das alte Deutschland, gegen daS
Deutschland des Absolutismus, gegen das Deutschland des Militarismus,
gegssn das Deutschland des Imperialismus! ,,-N°
terms with the Hohenzollern", so hätte Wilson gesagt. „Kein
Frieden mit den Hohenzollern!" Aber er hätte doch gleichzeitig
gesagt, gut welcher Hochachtung er von dem deutschen Volkeund
seiner Arbeit dächte. Wenn wir uns demokratisieren, so hieß es,
wenn wir den westlichen Demokratien gleich iverden, dann würde
man nns die Bruderhand entgegenstrecken über den Ozean, über
die Landgrenzen hinweg, dann würden wir ein gleichberechtigtes