76 Skonomische Bedingtheit.
sind die Vereinigungen reiner Sägewerke. Es sind zwar schon Anläufe zu solchen Ver-
bänden gemacht worden, aber all diese Gründungen haben sich bis auf geringfügige
Ausnahmen nicht am Leben erhalten können und sind bald wieder in Nichts zerronnen.
~ In der Hauptsache sind nicht nur die Wirtschafts-, sondern auch die sozialpolitischen
Verbände in die beiden großen Lager der Verbände der Säge-Industrie und des Holzhandels
einerseits und der holzverarbeitenden Industrie anderseits geschieden.
Wirtschafts- und sozialpolitische Verbände.
Wirtschaftspolitische Verbände der Säge-Industrie und des Holzhandels.
Ein Zusammenschluß aller wirtschaftspolitischen Verbände der Säge-Industrie und des
Holzhandels zu e in e m Spitzenverbande ist bis heute noch nicht gelungen. Es besteht
zwar ein Spitzenverband in der „F ah g r u p p e Säge-Industrie und Holz-
handel“ des „Reichsverbandes der deutschen In dustri e“, der auch
von den Ministerien und allen sonstigen behördlichen Stellen als die maßgebende Vertretung
von Säge-Industrie und Holzhandel betrachtet und in allen die Holzwirtschaft betreffenden
Fragen von diesen Stellen zur Beratung herangezogen wird. Dieser Spitzenorganisation
hat sich zwar auch die Mehrzahl der Verbände angeschlossen, aber es ist bis heute noch
nicht gelungen, sämtliche vorhandenen Verbände in diesem Spitzenverband zu vereinigen.
Der Aufbau der wirtschaftspolitischen Verbände der Säge-Industrie und des Holz-
handels ist aus Tafel Il des Anhangs zu ersehen.
Wirtschaftspolitissche Verbände der holzverarbeitenden Industrie.
Weit einheitlicher als Säge-Industrie und Holzhandel ist zur Zeit die holzverarbeitende
Industrie organisiert, und zwar sowohl auf wirtschafts- als auch sozialpolitischem Gebiete.
Der wirtschaftspolitische Spilzenverband der holzverarbeitenden Industrie ist der „Wir t -
ssc<hafts verb and der deutscen Holzindustrie (Fachgruppe holz-
verarbeitende Industrie im Reichsverb and der deutschen
Industrie)“.
Die in diesem Verbande zusammengeschlossenen Verbände sind in Tafel I] des
Anhangs übersichtlich zusammengestellt.
Sozialpolitische Verbände des Holzhandels und der Holzindustrie.
Holzarbeiter-Verbände.
Während die Organisation der Forstarbeiter infolge der besonderen Verhältnisse mit
viel größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hatte als die der Industriearbeiter im allgemeinen,
lagen die Verhältnisse für die Organisation der Holzarbeiter äußerst günstig, weit günstiger
noch als für die Mehrzahl aller übrigen Industriearbeiter. – „Das Überwiegen der
männlichen gelernten Arbeiter ermöglichte früh eine starke Organisation. Die geringe
Arbeitsteilung und der noch teilweise verbliebene Charakter eines Kunsthandwerks ließen
dem Gewerbe Arbeiter zuströmen, deren höhere Intelligenz ein weiteres Betätigungsfeld
suchte als in den mit vielen Maschinen arbeitenden Gewerben vielfach möglich war. So
ist es wohl zu erklären, daß die Holzarbeiter eine der forigeschrittensten Arbeiterschaften
bilden. und es ist kein Zufall, daß gerade unter den heute politisch tätigen Gewerkschafts-