40 — Die „Unbeliebtheit" des Deutschen —
gen eine direkte Verbindung mit bedeutenden Kunden her
gestellt, anstatt die Vermittelung der chinesischen Agenten
zu benutzen. Sie haben die Gewohnheiten und Gebräuche
der Chinesen studiert, ebenso sich deren Sprache angeeignet
und die größte Geduld darauf verwandt, zu zeigen, welche
Vorteile sich für jeden einzelnen Fall aus der Anwendung
einzelner Maschinen ergeben würden."
So erfreulich diese Anerkennung für unsere Ausländs
deutschen aus dem Munde unserer Feinde ist, so dürfen wir
uns doch nicht verhehlen, daß gerade die Kenntnis von
der persönlichen Überlegenheit des Deutschen die Englän
der dazu treiben wird, nach dem Kriege durch jedwedes ver
fügbare Mittel dem deutschen Einfluß entgegenzuarbeiten.
Gerade weil der Engländer die persönliche Fähigkeit,
welche zur heutigen erfolgreichen Tätigkeit auf dem Welt
markt nötig ist, in geringerem Maße besitzt, als der
Deutsche, wird er, um diesen Mangel auszugleichen, alle
sonstigen Mittel im Konkurrenzkämpfe anwenden, also
vor allem versuchen, durch gesellschaftlichen Boykott, durch
einen politischen Druck auf die nichtdeutschen Kaufleute
des Auslandes Usw. den deutschen Kaufleuten das Leben
schwer zu ttmdjien. Wir haben bisher leider nur allzuhäufig
über ibie „Unbeliebtheit" des Deutschen im Ausland ge
sprochen, uns aber selten überlegt, worauf diese „Unbe
liebtheit" im Grunde genommen beruhte und ob es nicht
höchste Zeit wäre, den ungerechtfertigten Vor
würfen, welche in Friedenszeiten schon gegenüber dem
aufstrebenden Deutschtum im Ausland erhoben wurden,
durch eine energische Betonung unseres
Standpunktes und unseres Willens entgegenzutre
ten. Sehr mit Recht schreibt in der Europäischen Staats
und Wirtschaftszeitung vom 21. Juli 1916, Graf Karl
von Holnstein: