Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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3.  Viehversicherung.
Von
Dr.  W.  2iohrbeck-Köln.
Die  Viehversicherung  hat  mit  der  nachstehend  charakterisierten  Hagelversicherung ­
  gemeinsam,  daß  auch  sür  sie  die  Frage  der  Kapitalanlagen
nicht  die  Bedeutung  hat  wie  bei  anderen  Sachversicherungszweigen  und
wie  bei  der  Personenversicherung.  Bis  zum  Jahre  1911  kannte  die
Viehversicherung  noch  kein  Aktienunternehmen.  Erst  1911  hat  eine  der
größten  Gegenseitigkeitsgesellschaften  sich  in  eine  Aktiengesellschaft  umgewandelt. ­
  Die  Gegenseitigkeitsform  als  solche  wird  aber  erst  dann
finanztechnisch  bedeutsam,  wenn  die  Ausdehnung  des  Wirtschaftsgebietes
ganz  besonders  groß  ist.  Die  meisten  Viehversicherungsgesellschasten  und
Von  diesen  kann  im  folgenden  nur  gehandelt  werden,  haben  aber  mit
der  Ausbreitung  ihres  Geschäftsgebietes  von  jeher  sehr  zu  kämpfen  gehabt. ­
  Der  Grund  hierfür  liegt  zunächst  in  der  lokalen  Vereinsbildung,
die  schon  etwa  zwei  Jahrhunderte  zurückreicht  (Kuhkassen)  und  noch
immer  mehr  an  Boden  gewinnt.  Diese  lokalen  Kassen  wirtschaften  lediglich ­
  als  Ausgleichsfonds.  Der  alljährliche  Bedarf  wird  umgelegt  und
damit  ist  die  Geschäftshandhabung  im  wesentlichen  erledigt.  Ihre  Bedeutung ­
  liegt  vor  allem  in  der  gegenseitigen  Überwachung  vor  dolosen
Handlungen  der  Versicherungsnehmer,  die  in  der  Viehversicherung  leider
besonders  stark  auftreten,  ihre  Schwäche  bleibt  die  geringe  Kapitalkraft,
die  ohne  ausreichende  Rückversicherung  bei  grassierenden  Viehkrankheiten
und  Seuchen  den  Versicherungsschutz  illusorisch  macht.  Eine  Übersicht
über  die  ungeheure  Zahl  dieser  Kassenbildungen  in  Deutschland  zu  geben
ist  unmöglich,  weil  nur  ein  ganz  geringer  Bruchteil  der  Reichsaussicht
untersteht  und  damit  gewissen  einheitlichen  Rechnungsgrundlagen  unterworfen ­
  ist.  Die  meisten  treten  mit  ihrer  Tätigkeit  gar  nicht  an  die
Öffentlichkeit.  Um  die  Wirksamkeit  dieser  Vereine  nutzbringender  zu  gestalten, ­
  ist  schon  wiederholt  seitens  der  landwirtschaftlichen  Korporationen
            
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