Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

124

I.  Geschäftliche  Versicherung.

Übertrag:  124  021  Mk.
1908  auf  221  „
1909  6  770  „
1910  10  738  „
141  750  Mk.
d.  h.  im  Durchschnitt  Pro  Jahr  auf  23  625  „
Dem  standen  gegenüber  insgesamt  11  845  Mk.  Kursgewinne  oder
im  Durchschnitt  Pro  Jahr  1974  Mk.,  so  daß  bei  einer  durchschnittlichen
Kapitalanlage  von  2  616  233  Mk.  0,83  %  des  Kapitals  durchschnittlich
pro  Jahr  als  Verlust  zu  buchen  waren.
Die  vorstehenden  Ausführungen  waren  notwendig,  um  bei  Vergleichen ­
  zwischen  den  von  der  Hagelversicherung  und  anderen  Versicherungszweigen ­
  erhobenen  und  geleisteten  Summen  darüber  keinen  Zweifel  aufkommen ­
  zu  lassen,  daß  das  bisherige  starke  Schwanken  der  Prämienbeträge
in  den  verschiedenen  Jahren  zu  einem  kleinen  Teile  sicherlich  durch  eine
rationellere  Bewertung  der  Einzelrisiken  und  eine  damit  zusammenhängende ­
  versorgende  Finanzpolitik  vermieden  werden  könnte,  daß  also
die  Erfahrung  der  letzten  dreißig  Jahre  keine  Schlüsse  auf  notwendige
gleichartige  Entwickelung  in  der  Zukunft  gestattet.  Allerdings  wird  sich
auch  eine  ungefähre  Gleichmäßigkeit  in  absehbarer  Zeit  und  bei  gleich
verheerenden  Elementarerscheinungen  wie  in  den  Jahren  1905—1908
und  1910  niemals  erreichen  lassen.  Die  Fluktuation  der  Vorprämien
und  Nachschußprämien  und  der  Umlagebeiträge  wird  alljährlich  Verschiebungen ­
  hervorrufen,  während  nur  etwa  die  feste  Prämie  stetigere
Entwickelung  zeigen  kann  (s.  die  Tabelle  auf  S.  125).
Die  Differenz  zwischen  dem  niedrigsten  und  höchsten  Beitrag  für
den  behandelten  Zeitraum  betrug  bei  den  festen  Prämien  der  Aktiengesellschaften ­
  25  Pf.,  bei  der  Bayerischen  Landesanstalt  81  Pf.,  bei  den
territorialen  Vorprämien-  und  Nachschußgesellschaften  138  Pf.,  bei  den
territorialen  Umlageinstituten  137  Pf.  Zwischen  zwei  aufeinanderfolgenden
Jahren  zeigten  die  Umlageinstitute  das  größte  Schwanken,  1  Pf.  war  die
niedrigste,  186  Pf.  die  höchste  Spannung,  es  schließen  sich  die  Vorprämienuud
  Nachschußgesellschasten  mit  124  Pf.  als  höchster  Differenz  an,  dann
folgt  die  Bayerische  Landesanstalt  mit  30  Pf.  Spannungmaximum,  zuletzt
erst  folgen  die  Aktiengesellschaften  mit  nur  9  Pf.  Differenz  und  sonst  sirl)
gleichbleibender  Prämienerhebung.  Große  Schwankungen  wirken  naturgemäß ­
  auf  den  Versicherungsnehmer  zurück.  Er  muß  bei  unerwarteten
Mehrforderungen  in  einzelnen  Jahren  einen  Teil  des  Ernteertrages
            
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