Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft.
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1914 gestellt. Dienen Staatspapiere und Bankaktien als Sicherheit,
so werden sie zum Liquidationskurse vom 30. Juni, andere Wertpapiere
zum Mediokurse Juli 1914 bis zu 40 % ihres Kurswertes angenommen.
Eine ausführlichere Darstellung dieser Hilfe und ihre Bedeutung
für die Pariser Börse wird in dem Kapitel „Pariser Börse“ dargelegt.
Alle nur möglichen Erleichterungen gewährte die Notenbank denen,
die ihre Zahlungen aus geschäftlichem Verkehre auf bargeldlosem Wege,
also durch Giroüberweisungen, Schecks und Anweisungen bewirken
wollen. Von Konto zu Konto innerhalb der eigenen Bankstelle, dann
unter den einzelnen Bankplätzen werden die Übertragungen beschleunigt
und verbilligt. Gutschriften durch Schecks, Eingänge aus Wechseln
und alle anderen bankmäßigen Transaktionen, die eine Bewegung von
barem Gelde erfordern, werden bereitwilligst von der Notenbank über
ihr Gironetz geleitet. Natürlich propagierte die Bank von Frankreich
den kontenmäßigen Zahlungsausgleich und erbot sich zur leichten und
billigen Kassenhaltung, da sie vor allem eine Verminderung der Benutzung
von Noten für größere Zahlungen und damit eine relativ höhere Deckung
der Noten durch den Goldbestand erhoffen konnte.
Die im Lande gut verteilten und zahlreichen Bankplätze 1 ) gewähren
unter Leitung der Zentrale eine planmäßige und durchgreifende Hilfe.
In einem Rundschreiben vom 24. November 1914 erteilt der Gouverneur,
G. P a 11 a i n , den Bankleitern Weisung, sich in der Kreditgewährung
den lokalen Verhältnissen anzupassen, um das darniederliegende Wirt
schaftsleben wieder zu heben. Unter Aufrechterhaltung weitgehender
und aufmerksamer Kontrolle autorisiert er sie, auch dem Vertrauen,
das die einzelnen Unternehmer verdienen, Rechnung zu tragen. Hier
durch wird dem einzelnen Leiter eine größere Freiheit in der Schätzung
und Beurteilung der Kreditwürdigkeit des kreditbedürftigen Geschäfts
mannes gelassen, mit dem er oft durch persönliche Beziehungen vertraut ist.
Durch die Moratorien ist die wirtschaftliche Arbeit nach vielen
Richtungen hin stark beengt, und es war daher nur angebracht, ihr durch
eine erhöhte Diskont- und Lombardtätigkeit mehr Lebhaftigkeit zu
zuführen. Die Vorschüsse, die dem Verkehr gewährt werden, sind dop
pelter Natur. Die einen betreffen die Geschäftswelt, die anderen die
Privaten. Es ist bereits angeführt, daß das Limit der Kredithilfe für
den Privatmann von 5000,00 Frcs. auf 10 000,00 Frcs. erweitert wurde.
Dagegen hat die Notenbank aus naheliegenden Gründen den Kreis
h Nach dem Geschäftsbericht der Notenbank 1914, S. 30 und 1915, S. 62 besaß die
Bank von Frankreich:
1 Bankzentrale
143 Filialen
75 Hilfsbnreaus
366 angeschlossene Bureaus
insgesamt 585 Bankanstalten.
Die Deutsche Reichsbank nach ihrem Verwaltungsbericht 1914, S. 23: Insgesamt
487 Bankanstalten.