Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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II.  Öffentliche  Versicherung.

der  Statistik  während  der  letzten  20  Jahre  die  Brandschäden  durchweg
mehr  als  100  °/o  der  eingekommenen  Beiträge  ausmachten,  säst  sämtliche
vorhandenen  Gehöfte  bei  der  Städteseuersozietät  der  Provinz  Sachsen  versichert ­
  waren.  Auch  von  der  Feuerversicherungsanstalt  für  die  Rheinprovinz ­
  waren,  um  ein  weiteres  Beispiel  zu  geben,  in  den  gebäude-  und
brandreichen  Rhein-,  Mosel-  und  Eifelgegeuden  sämtliche  Gebäude  in
Deckung  genommen,  z.  B.  in  St.  Goar  804  von  898  vorhandenen
Wohnhäusern,  in  Adenau  941  von  1089  und  in  Dann  709  von  766.
Ähnliche  Streiflichter  auf  die  Zusammensetzung  des  Risikenbestandes
der  ö.  F.A.  liefert  eine  die  preußischen  Anstalten  und  die  Jahre  1894
bis  1903  umfassende  vergleichende  Übersicht  über  die  Gebäudeversicherung.
Nach  dieser  Ausstellung  hatten:
1.  neun  Anstalten,  deren  Gebiete  nur  das  platte  Land  umfaßten
(der  preußische  Domänenfeuerschädenfonds,  die  ostpreußische  landschaftliche ­
  27 ,  westpreußische  landschaftliche,  brandcnburgische  Land-,  die
schlesische  Land-^,  die  magdeburgische  Land-  und  die  sächsische  Landseuersozietät,
  ferner  die  schleswig-holsteinische  Gebäudebrandgilde  und  die
ritterschaftliche  Feuersozietät  zu  Halberstadt)  einen  Gesamtbestand  von
41481  059  073  Mk.;
2.  elf  Anstalten,  deren  Gebiete  Stadt  und  Land  umfaßten  (die  ostprenßische,
  westpreußische,  posensche,  pommernsche,  schleswig-holsteinische,
hannoversche,  die  ostfriesische,  die  westfälische  Feuersozietät  und  diejenige
zu  Hessen-Kassel),  einen  Versicherungsbestand  auf  dem  Platten  Lande  von
insgesamt  72  754  651374  Mk.  und  in  den  Städten  von  insgesamt
34  481  271  733  Mk.;
3.  zehn  Anstalten,  welche  nur  die  Städte  eines  Bezirkes  umfaßten
(Stadt  Königsberg 27 ,  Elbing,  Thorn,  Stettin,  Stralsund,  Berlin,
Brandenburg-Städte,  Schlesien-Städte 27 ,  Stadt  Breslau  und  Sachsen-Städte),
  hatten  einen  Gesamtbestand  von  63  768  807  633  Mk.  Es  stand
also  in  diesen  zehn  Jahren  einem  gesamten  städtischen  Jmmobiliarbestande
von  98  250  079  366  Mk.  ein  Gesamtimmobiliarbestand  des  Platten  Landes
von  114  235  710  447  Mk.  gegenüber.  Somit  entfielen  aus  die  ländlichen ­
  Risiken  fast  54%  des  gesamten  Jmmobiliarbestandes.
Daß  diese  ländlichen  Risiken  in  der  Tat  im  allgemeinen  die  ungünstigeren ­
  waren,  ergaben  die  Schadenzahlungen;  auf  den  Gesamtversicherungsbestand ­
  der  städtischen  Risiken  umgerechnet  betrugen  die

27  Für  diese  Provinzen  bestanden  damals  noch  keine  einheitlichen  Provinzialsozietäten. ­

            
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