312
II. Öffentliche Versicherung.
der Statistik während der letzten 20 Jahre die Brandschäden durchweg
mehr als 100 °/o der eingekommenen Beiträge ausmachten, säst sämtliche
vorhandenen Gehöfte bei der Städteseuersozietät der Provinz Sachsen versichert
waren. Auch von der Feuerversicherungsanstalt für die Rheinprovinz
waren, um ein weiteres Beispiel zu geben, in den gebäude- und
brandreichen Rhein-, Mosel- und Eifelgegeuden sämtliche Gebäude in
Deckung genommen, z. B. in St. Goar 804 von 898 vorhandenen
Wohnhäusern, in Adenau 941 von 1089 und in Dann 709 von 766.
Ähnliche Streiflichter auf die Zusammensetzung des Risikenbestandes
der ö. F.A. liefert eine die preußischen Anstalten und die Jahre 1894
bis 1903 umfassende vergleichende Übersicht über die Gebäudeversicherung.
Nach dieser Ausstellung hatten:
1. neun Anstalten, deren Gebiete nur das platte Land umfaßten
(der preußische Domänenfeuerschädenfonds, die ostpreußische landschaftliche
27 , westpreußische landschaftliche, brandcnburgische Land-, die
schlesische Land-^, die magdeburgische Land- und die sächsische Landseuersozietät,
ferner die schleswig-holsteinische Gebäudebrandgilde und die
ritterschaftliche Feuersozietät zu Halberstadt) einen Gesamtbestand von
41481 059 073 Mk.;
2. elf Anstalten, deren Gebiete Stadt und Land umfaßten (die ostprenßische,
westpreußische, posensche, pommernsche, schleswig-holsteinische,
hannoversche, die ostfriesische, die westfälische Feuersozietät und diejenige
zu Hessen-Kassel), einen Versicherungsbestand auf dem Platten Lande von
insgesamt 72 754 651374 Mk. und in den Städten von insgesamt
34 481 271 733 Mk.;
3. zehn Anstalten, welche nur die Städte eines Bezirkes umfaßten
(Stadt Königsberg 27 , Elbing, Thorn, Stettin, Stralsund, Berlin,
Brandenburg-Städte, Schlesien-Städte 27 , Stadt Breslau und Sachsen-Städte),
hatten einen Gesamtbestand von 63 768 807 633 Mk. Es stand
also in diesen zehn Jahren einem gesamten städtischen Jmmobiliarbestande
von 98 250 079 366 Mk. ein Gesamtimmobiliarbestand des Platten Landes
von 114 235 710 447 Mk. gegenüber. Somit entfielen aus die ländlichen
Risiken fast 54% des gesamten Jmmobiliarbestandes.
Daß diese ländlichen Risiken in der Tat im allgemeinen die ungünstigeren
waren, ergaben die Schadenzahlungen; auf den Gesamtversicherungsbestand
der städtischen Risiken umgerechnet betrugen die
27 Für diese Provinzen bestanden damals noch keine einheitlichen Provinzialsozietäten.