Einfuhr.
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Auch der Bedarf an Tüllen, Vorhängen, Spitzen und Stickereien ist
recht groß.
Von Wirkwaren werden nur die besseren Sorten eingeführt, während die
billigeren meist im Inlande hergestellt werden.
Wollwaren. Kamm- und Cheviotgarne werden in geringen Beträgen
eingeführt; in etwas größeren die gebleichten und gefärbten Garne, die zum
größten Teil von Deutschland geliefert werden.
Bei der Einfuhr von Geweben sind die Damenkleiderstoffe und sonstige
leichte Gewebe am wichtigsten, von denen für fast 10 Mill. Mk., zumeist aus
Deutschland eingeführt werden. Von den Tuchen schwerer Art werden die
billigeren meist im Inlande erzeugt, ebenso auch die Militärstoffe; dagegen
werden feinere Tuche, Offizierstuche, Doeskins, Palmerstons, wie auch
Cheviots, aus Deutschland, Österreich-Ungarn und England bezogen.
Außerdem werden noch Kopftücher, Krepptücher, Fichus, wie auch
Teppiche, in größeren Mengen eingeführt, wogegen die Einfuhr an wollenen
Wirkwaren sich nur auf die besseren Qualitäten erstreckt.
Seidenwaren. Die Einfuhr an Seiden- und Halbseidengeweben betrug
im Jahre 1913 6,9 Mill. Mk., und zwar sind daran beteiligt Frankreich mit 2,1,
Deutschland mit 1,5, die Schweiz mit 1,5, Österreich-Ungarn mit 1,1 und Italien
mit 0,5 Mill. Mk. Die Hauptartikel sind Taft, Voile, Crepe de Chine, Decken
satins, Pongees. Österreich-Ungarn liefert vornehmlich die leichteren Seiden-
und Halbseidenstoffe. Die Einfuhr der Seiden- und Halbseidenbänder betrug
0,9 Mill. Mk. und die der Samte 1,1 Mill. Mk. Weitere Einfuhrartikel sind
Musseline, Gaze, Tülle, Krepp, Spitzen, seidene Fichus, die zum größten
Teil aus Frankreich, ferner Strümpfe, Handschuhe und sonstige Wirkwaren,
die aus Deutschland und Frankreich kommen.
Leinen- und Jutewaren. Die Einfuhr an Leinen- und Halbleinen waren ist
nicht groß; es werden hauptsächlich Tischtücher, Servietten, Handtücher,
Taschentücher eingeführt, die zum größten Teil aus Österreich-Ungarn kommen.
Die Einfuhr an Jutegeweben und Jutesäcken in der Höhe von 3 Mill. Mk.
stammt aus Österreich-Ungarn, England und Italien.
Konfektionswaren. Sehr bedeutend ist die Einfuhr an Kleidern und
Weißwäsche, deren Einzelheiten aus der folgenden statistischen Aufstellung
zu ersehen sind. Zu erwähnen ist ferner die Einfuhr an Hüten und Hut
stumpen, die 2,6 Mill. Mk. beträgt und zum größten Teil aus Italien und
Österreich-Ungarn stammt. An der Einfuhr von Posamentierwaren in der
Höhe von 1,8 Mill. Mk. sind vornehmlich Deutschland und Österreich-Ungarn
beteiligt.