Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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Heinz  Potthoff.

zurückgeht.  Das  ist  eine  Folge  der  erheblichen  Kursverluste,  die  in  den
Staatspapieren  erlitten  sind,  und  der  höheren  Verzinsung,  welche  die
Bodenleihe  erbringt  (bei  der  Reichsinvalidenversicherung  auch  die  erfreuliche ­
  Mitwirkung  an  der  Erbauung  von  Krankenhäusern,  Heilstätten,
Arbeiterwohnungen  usw.).  Bei  der  Wichtigkeit  dieser  Entwicklung  sind
in  Übersicht  5  noch  einige  nähere  Zahlen  darüber  gegeben.  Dabei  ist
in  die  geschäftliche  Versicherung  auch  die  Rückversicherung  mit  aufgenommen ­
  und  die  Zusammenstellung  nach  Heft  XXI  der  Veröffentlichungen ­
  des  Deutschen  Vereins  für  Versicherungswissenschaft  wiedergegeben. ­
  Für  die  soziale  Versicherung  mußten  Krankenversicherung  und
Knappschaftskassen  wegbleiben,  da  kein  Material  vorhanden  ist;  in  der
Unfallversicherung  mußte  statt  1902  das  Jahr  1904  gewählt  werden
(nach  einer  amtlichen  Darstellung  im  Berichte  der  16.  Reichstagskommission ­
  über  die  Reichsversicherungsordnung,  Drucksache  946,  1.  Teil,
Seite  275,  12.  Legislaturperiode,  II.  Session  1909/1911.)  Für  die  öffentliche ­
  Feuerversicherung  konnten  nur  die  Zahlen  derjenigen  Anstalten  aufgenommen ­
  werden,  die  in  der  Fahnentabelle  X  von  Direktor  Damm
nachgewiesen  sind.  Beeinträchtigt  wird  die  Übersicht  auch  dadurch,  daß
das  Kaiserliche  Aufsichtsamt  den  Bestand  an  Wertpapieren  mit  anderen
Anlagen  gemeinsam  nachweist  und  namentlich  die  Zunahme  an  direkten
Darlehen  an  Gemeinden,  die  keiner  Kursschwankung  unterworfen  sind,
den  Rückgang  des  Wertpapierbestandes  vielfach  ausgleicht.
(Übersicht  5  siehe  S.  355.)
8.  1900  —  1910  —  192  0.  Mit  der  letzten  Übersicht  sind
wir  schon  an  die  Frage  der  Entwicklung  gekommen,  die  namentlich  als
Zukunftsfrage  wichtig  ist.  In  der  Einleitung  ist  darauf  hingewiesen
worden,  was  es  für  unseren  Geldmarkt,  für  unsere  ganze  Volkswirtschaft
bedeuten  müßte,  wenn  die  Kapitalvermehrung  und  damit  die  -Anlage
von  Versicherungsanstalten  zum  Stillstand  kämen,  d.  h.  wenn  die  Versicherungszweige ­
  ihren  Beharrungszustand  erreichten,  Einnahmen  und
Ausgaben  sich  ausglichen.  Alle  vorliegenden  Arbeiten  zeigen,  daß  ein
solcher  Stillstand  in  absehbarer  Zeit  nicht  zu  erwarten  ist.  Das  letzte
Jahrzehnt  hat  eine  riesige  Entfaltung  des  Versicherungswesens  in  Deutschland ­
  gebracht,  und  alle  Anzeichen  deuten  darauf  hin,  daß  diese  auch  im
nächsten  Jahrzehnte  anhalten  wird.  Um  so  mehr,  da  in  verschiedenen
Versichernngszweigen  Deutschland  noch  weit  hinter  der  Entwicklung
anderer  Staaten  zurück  ist,  und  die  soziale  Versicherung  erst  kürzlich
durch  die  Reichsversicherungsordnung  und  das  Versicherungsgesetz  für
            
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