Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

R. Mueller und E. Mittermüller, Lebensversicherung. 37 
können? Daß unter ihnen die Einnahmen an Prämien und sonstigen 
Leistungen der Versicherten bei weitem an erster Stelle stehen, bedars 
keiner Ausklärung. Wieviel die Einnahmen an Prämien, denen, soweit 
das direkte Geschäft in Betracht kommt, die nicht erheblichen Neben 
leistungen der Versicherten an Policegebühren und ähnlichen kleinen Ab 
gaben hinzu-, die gewährten Dividenden aber nicht abgerechnet sind, im 
gesamten Geschäft der deutschen Unternehmungen betrugen, ergibt Tab. 7 
aus S. 36. 
Hinter den Prämien steht der nächstgrößte Einnahmeposten, der 
Zinsertrag aus Kapitalanlagen, weit zurück. Es beliefen sich die 
Zinsen auf: 
Tabelle 8. 
ohne 
mit 
in °/o bet Gesamt- 
Jahr 
Berstcherungsemrichtungen von Berufs 
vereinigungen 
Prämieneinnahme 
Mk. 
ä»f. 
Mk. 
1 
2 
3 
4 
1902 
105 876 631 
106 873 786 
28,3 
1903 
113 856 718 
115 258776 
28,7 
1904 
122 215 983 
123 797 367 
29,0 
1905 
132 008 412 
133 801 467 
29,5 
1906 
141 686 657 
143 695 719 
30,0 
1907 
154 511 867 
156 799 056 
30,7 
1908 
164 784 464 
167 371 578 
31,0 
1909 
175 582 119 
178 473 922 
30,7 
Die Spalte 4 zeigt, daß die Zinseinnahmen verhältnismäßig schneller 
wachsen als die Prämieneinnahnien, trotz des ungeheuren Aufschwungs, 
den die Lebensversicherung im letzten Jahrzehnt zu verzeichnen hat. Eine 
Ausnahme finden wir allerdings für 1909. Sie ist durch das in diesem 
Zahr besonders starke Anwachsen der Prämieneinnahmen bedingt (vgl. 
^ab. 7), das das Verhältnis zuungunsten der Zinseinnahmen ver 
schoben hat. Bei sprunghafter Steigerung der Prämieneinnahmen, die 
stets aus einen besonders starken Zugang von neuen Versicherungen zurück 
zuführen sein wird, werden sich solche Ausnahmen immer wieder finden, 
^ei allmählich ansteigender Zunahme der Prämieneinnahinen wird sich 
über das Verhältnis im allgemeinen zugunsten der Zinseinnahmen ge 
stalten. Sollte einmal der jährliche Neuzugang an Versicherungen den 
Abgang nicht mehr übersteigen oder gar hinter ihm zurückbleiben, so 
würde doch noch auf eine längere Reihe von Jahren hinaus mit einem
	        
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