Die Organisation des britischen Weltreichs.
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hörige Schiff. Solange sie bei der Leitung der Reichspolitik nicht
beteiligt ist, übernimmt sie damit eine Verpflichtung, der keine ent
sprechende Berechtigung gegenübersteht. Dabei ist aber zu berück
sichtigen, daß die Kolonien auch ohne solche Beisteuer die Folgen
der englischen Politik tragen müßten. Auf der anderen Seite haben
Australien und Kanada die Schaffung einer eigenen Flotte be
schlossen, die ausdrücklich unter der Kontrolle ihrer Regierungen
steht. Die Ausbildung der Offiziere und der Mannschaft erfolgt in
der gleichen Weise wie bei der Reichsflotte, so daß ein Übergang
zwischen den verschiedenen Flotten möglich ist. Beiden Flotten ist
eine bestimmte Aktionssphäre in ihren heimischen Gewässern an
gewiesen. Bestimmten, auf der Reichskonferenz von 1911 getrof
fenen Abmachungen entsprechend, hat Australien die ihm über
tragenen Schiffseinheiten größtenteils in England gebaut. Eine Bau
summe von 3 750 000 £ und eine jährliche Ausgabe für Instand
haltung von 750000 £ sind bewilligt worden. Die Bemannung der
Flotte ist zu zwei Dritteln mit Australiern erfolgt. — Den gleichen
Weg wollte Kanada 1909 betreten, nachdem es die noch 1907 aus
gesprochene Absicht, seine Kräfte auf die innere Entwicklung zu be
schränken, infolge des europäischen Rüstens aufgegeben hatte. Die
Ergebnisse der Reichskonferenz von 1911, die Teilnahme kolonialer
Minister an den Sitzungen des Ausschusses für Reichsverteidigung,
vor allem aber der Verlauf der großen internationalen Krise aus
Anlaß der Marokkofrage haben indes eine Änderung in der Stellung
nahme Kanadas veranlaßt. Wollte man dem Mutterlande in kurzer
Frist beistehen, so war die Schaffung einer in Kanada erbauten
kanadischen Flotte nach Ansicht der neuen, 1911 ans Ruder ge
langten konservativen Regierung nicht das geeignete Mittel. Der
Bau der Schiffe ließe sich zwar schnell bewerkstelligen, die Aus
bildung einer brauchbaren Mannschaft erfordere aber 4—12 Jahre,
bei den höheren Offizieren noch längere Zeit. In einem Lande wie
Kanada, das an chronischem Arbeitermangel leide, sei die An
werbung von Mannschaft schwierig; überdies seien die Kosten des
Schiffsbaus in Kanada infolge der gewaltigen, notwendigen Werft
anlagen äußerst kostspielig. An Stelle der Schaffung einer eigenen
Flotte ist daher zurzeit der Plan getreten, 35 Millionen $ zum Bau
von drei kanadischen Dreadnoughts zu verwenden, die dem Mutter
lande zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Schiffe sollen in