Der Bankdirektor.
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jähre vergällt hat, wurde wieder ans Tageslicht geschleift.
And als neu erfuhren die, die es noch nicht wußten, daß
die Geschlechter derer von Voß, von Poschinger und von
Zitzewitz, die Freiherren von Zedlitz und Reukirch und
die Grafen Hacke Bankierstöchter aus Berlin zu ihren
künftigen Ahnftauen zählen.
Aber der Chronist ist nicht fleißig genug gewesen.
Zn viel, viel weiterem Amfang, als er es uns ahnen läßt,
ist auch heute noch des vierten Friedrich Wilhelms Wort
richtig, daß man nicht recht entscheiden könne, ob die
»Bons" eine größere Zuneigung zu den „Fonds", oder
die „Fonds" eine größere Liebe zu den „Bons" hegen.
Jedenfalls gesellen sie sich einander gern. Man braucht
nicht gleich bis zil den hellsten Leuchten der Berliner
Finanzwelt, den Mendelssohns, Warschauers, Gutmanns,
Aochs, Hansemanns, Krauses, Hainauers und Landaus zu
steigen. Auch kleinere Sterne gibt es, die adligen Leut
nants die Tochter vermählten. And jüngst erst erfuhren wir
Ist aus den Berichten über einen wenig sauberen Prozeß,
n>ie das winkende Erbe Rothschilds zwei Herzen aus
christlichem und mosaischem Aradel zusammenbrachte.
Diese Fälle sind nun keineswegs Besonderheiten der
Neuzeit. Wie berechtigt auch in unseren Tagen das Witz
let Friedrich Wilhelms IV. war, beweisen am besten die
^atsachen, daß die Gräfinnen Bredow, Arco, Matuschka,
chvcci, die Freifrauen Plancy und Hammerstein Enkelinnen
es Bankiers Simon Oppenheim aus Köln sind, dessen
ohne geadelt worden sind. And ein großer Teil von
^erns Hochadel — die Geschlechter der Grafen Khuen
derer von Podewils sind darunter — hat Blut des
ludischen Hofbankiers Aaron Elias Seligmann in seinen
Adern.
^ ^ber inzwischen haben sich diese Heiraten zwischen
en Töchtern von millionenschweren Bankdirektoren und
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