Full text: Berliner Banken

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Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken. 
Llusträge, während heute zwischen den Banken und ihren 
Mittelsmännern ein dauerndes Verhältnis besteht, daß 
in den verändetten Zeitverhältnissen begründet ist: Die 
ungeheure Kundschaft, die sich bei den Banken konzen 
triert, hat für diese Institute den großen Bortell, daß sie 
die Aktten ihrer Gründungen, die von ihnen zur Emission 
gebrachten Obligationen und Staatsrenten meist in der 
eigenen Kundschaft unterzubringen vermag. Allein dieser 
Vorzug hat auch eine nicht unbedenkliche Schattenseite. 
Ein immerhin doch erheblicher Teil der Kundschaft kaust 
aus Kredit, und die Banken sind auch in stürmische!: und 
schweren Tagen gezwungen, den Besitz der Kundschaft zu 
konservieren, da sie die an den Markt gelangende Ware 
zum größten Teil selbst aufnehmen mutzten. Denn die 
entvölkerte Börse vermag nur wenig ohne weiteres zu 
kaufen. Die Bankiers mit einer Schar kaufkräftiger 
Kunden hinter sich gehören eben der Vergangenheit an. 
Wollen daher die Banken größere Posten von Wett 
papieren in die Außenwelt abstoßen, so müssen sie sich 
besonderer Mittel und Wege bedienen. Sie setzen sich 
mit einem sogenannten „Einpeitscher" in Verbindung: 
dieser Bankier nimmt der Bank einen bestimmten Posten 
fest ab und erhält das Recht, zum gleichen Kurse eine 
größere Summe nachzufordern. Er beginnt nun die 
Börse zu bearbeiten, steigert den Kurs, versucht nach 
Möglichkeit auch seine Beziehungen zur Börsenpresse 
auszunutzen, und allnlählich stellen sich die Käufer ein. 
Die kleinen Bankiers, welche nach einem Tagesgewinn 
lüstern sind, kaufen, die Angestellten folgen ihnen, und 
da jeder darauf ist, möglichst bald einen Gewinn sicher 
stellen zu können, gewinnt der Einpeitscher in diesen 
ersten Käufen: ein bereitwilliges Heer von Propagan 
disten. Einer preist dem andern die Vorzüge des Papiers 
und bald taucht sein Name in den Wechselstuben auf,
	        
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