Die Wechselstuben
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denen Stadtteilen Zweigniederlassungen zu errichten, da
kannte man die heutige Bedeutung der Wechselstube nur
erst wenig. Wie das Wort schon anzeigt, bedeutete dieser
Begriff ursprünglich ein Kontor, in dem man Geldsorten
gewechselt bekam. Die Bankgeschäfte unterschieden
sich in solche, die nur mit ihrer festen Kundschaft verkehrten,
und solche, die auf Laufkundschast von der
Straße her reflektierten. Während die ersten ihre
Bureaus meist in einer oberen Etage hatten, wohnten
die Wechselbankiers im Laden, um dem Straßenpublikum
den Zutritt zu erleichtern. Das sogenannte Tafelgeschäft,
d. h. die Umwechslung von Geldsorten, der Anund
Verkauf kleinerer Posten von Wertpapieren über
den Ladentisch hinweg, nahm bei einzelnen Handlungen
einen sehr erheblichen Umfang an. Im Wechselstubengeschäst
zeigten sich jedoch bald starke Auswüchse. Seit
den Gründerjahren hatte sich das Interesse des Publikums
an den Börsenspekulationen wesentlich gehoben.
Und wenn es durch den großen Gründerkrach auch zeitweise
etwas erlahmte, so ries jede längere Steigerungsperiode
doch wieder die breiten Massen des Publikmns
auf den Plan. Es war nichts natürlicher, als daß die
Inhaber der Wechselstuben sich die Geldgier und Spielfreude
des Publikums zunutze machten. Bei ihnen
ging täglich ein zahlreiches Publikum ein und aus. Sie
benutzten die Gelegenheit, diese passierenden Elemente als
dauernde Kundschaft an ihre Firma zu fesseln, indem sie
ihnen den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren empfahlen.
Viele dieser Wechselstuben hingen in der Mittags-Seit
große Tafeln ins Fenster, auf denen die neuesten
Börsenkurse verzeichnet waren und, wenn bewegte Börsentage
das besondere Interesse der Spekulanten erweckten,
dann standen die Leute oft scharenweise in reger
Diskussion vor dem Fenster. Besonders pfiffige Laden-