Full text : Berliner Banken

Mir

Zritungbankiers.

Die  Bankiers  der  guten  alten  Zeit  waren  ihrer
Kundschaft  nicht  bloß  Vermittler  beim  An-  und  Verkauf
von  Wertpapieren,  sondern  auch  Berater  in  allen  finanziellen ­
  Angelegenheiten.  Und  ein  großer  Teil  des  kapitalanlegenden ­
  Publikums  vermißt,  so  kulant  und  zuvorkommend ­
  es  auch  immer  bei  den  Banken  bedient  werden
Mag,  doch  das  eine,  daß  sie,  in  der  großen  kundenschar
der  Aktieninstitute  mehr  oder  weniger  zur  Nummer  geworden, ­
  die  individuellen  Ratschläge  entbehren  müssen.
Dieser  Vorzug  des  Privatbankiers  fesselt  denn  auch
immerhin  noch  eine  ganze  Reihe  von  Leuten  an  die
Weinen  Bankgeschäfte.  Von  altersher  haben  Bankiers
versucht,  diese  Ratgebertätigkeit  zur  Reklame  und  zur
Gewinnung  von  Kunden  auszunutzen.  Die  seinen  Bankhäuser ­
  pflegten  in  der  Regel  einmal  wöchentlich  einen
Bericht  zu  verfassen,  der,  um  zahlreichen  Einzelkorrespondenzen ­
  vorzubeugen,  die  Meinung  des  Bankiers  über
die  Börsentendenz  im  allgemeinen  der  Kundschaft  mitlitte. ­
  Pfiffige  Elemente  griffen  diesen  guten  Brauch,  der
auch  fjeute  noch  besteht,  aus,  ließen  diese  Berichte  in  einer
Poßen  Anzahl  von  Exemplaren  drucken  und  versandten
he  wöchentlich  außer  an  ihre  Kundschaft  an  Hunderte,  ja
an  Tausende  von  Adressen,  die  sie  sich  nach  verschiedenen
öllssbüchern  zusammenstellten.  Dieser  Weg  muß  sich  als
            
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