Full text: Der Handelskrieg von England, Frankreich und Italien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn

  
4. Kapitel. Die Requisition der deutschen Schiffe. 91 
  
  
von diesen bei der staatlichen Cassa dei depositi e prestiti hinterlegt. 
Italien hat sich indessen vorbehalten, diese Zahlungen ganz einzustellen. 
Nachdem am 27. August 1916 die Kriegserklärung erfolgte, ist anzunehmen, 
daß diese Zahlungen seither wohl eingestellt worden sind, um so mehr als die 
italienische Regierung die Konfiskation der Schiffe in Beratung gezogen hat. 
11. Für die Beschlagnahme und Requisition von Schiffen kommen folgende 
Dekrete in Betracht: 
1. Über die Requisition von Handelsschiffen, Dekret vom 21. Januar 1915, Gazzetta 
ufficiale 26. Januar 1915, Rivista del diritto commerciale 1915, I. S. 61. 
2. Das Prisenrecht betreffend Handelsschiffe, Dekret vom 23. Mai 1915, Gazzetta 
23. Mai 1915, Rivista 1915, I. S. 425, 
3. Die Commissione delle prede (Prisengericht), Dekret vom 30. Mai 1915; Gazzetia 
11. Juni 1915; Rivista 1915, I. S. 503, 
4. dazu: Ergänzungsdekret vom 1. August 1915, Gazzetta 18. August 1915; Rivista 
1915, 1. S. 826. 
5. Die Behandlung feindlicher Schiffe, Dekret vom 30. Mai 1915, Gazzetta 12. Juni 
1915, Rivista 1915, I. 8. 502. Ce 
6. ebenso: Dekret vom 17. Juni 1915 (No. 957), Gazetta 1. Juli 1915. 
7, Behandlung der Schiffe von neutrale: Staaten, Dekret vom 3. Juni 1915, Gazzetta 
15. Juni 1915, Rivista 1915, I. S. 505. 
8. Requisition von Schiffen, Dekret vom 9. Mai 1915, Gazzetta 25. Mai 1915, Rivistea 
1915, I. 8. 505. 
9. Entschädigung für requirierte Handelsschiffe, Dekret vom 20. Juni 1915; Gazzetta 
3. Juli 1915; Rivista 1915, I. S. 603. 
10. Reglement der Prisenkommission von 26. Juni 1915; Gazzetta 5. Juli 1916; Riviste 
1916, I. S. 604. 
11. Ergänzungen zum Reglement der Prisenkommission vom 13. September 1915; 
Gazzetta 14. September 1915; Rivista 1915, I. S. 826. 
12. Requisition ausländischer Schiffe, Dekret vom 11. November 1915, Gazzetta 
11. November 1915; Rivista 1915, I. 8. 953. 
13. Das Dekret des Marineministers vom 29. Februar 1916 [Gazzetta 10. März 1916; 
Rivista 1916, I. S. 318] bestimmt die Nationalität der Schiffahrtsgesellschaften. 
Als italienische Gesellschaft wird nur angesehen. eine solche, deren Vorsitzender, 
Delegierter und die Mehrheit des Verwaltungsrates italienische Bürger sind. 
14. Von Bedeutung ist auch das Rundschreiben der Requisitionskommission für Schiffe 
vom 1. November 1915, welches die Entschädigungen festsetzt. 
15. Über die Behandlung der aus den requirierten deutschen Schiffen 
gelöschten Waren hat die Regierung ebenfalls bestimmte Normen auf- 
gestellt, und. Zwar in einem Rundschreiben, das kein Datum trägt, aber 
am 22. April 1916 in Rom beschlossen worden sein soll. Es hat folgenden 
Wortlaut: 
IM. Die Behandlung der aus den requirierten deutschen Schiffen gelöschten 
Waren. 
Um in endgültiger und gleichförmiger Weise die Behandlung der Ware festzu- 
setzen, die aus deutschen Schiffen herrührt, die im Königreich und in den Kolonien requi- 
riert wurde, werden folgende Normen festgestetzt. 
a) Die Administrativbehörden, die in Betracht kommen, sollen so rasch als möglich 
diejenige Ware, welche sie hierfür für geeignet halten, requirieren, 
b) Die Waren, welche ursprünglich Angehörigen neutraler Staaten gehören, können, 
unter Beobachtung der unter Chiffre e) angeführten Bestimmungen, frei eingeführt oder 
  
  
 
	        
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