Full text: Der Handelskrieg von England, Frankreich und Italien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn

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Die Pariser Wirtschaftskonferenz. 119 
Zukünftig wird die Entente verhindern, daß Feinde als Bankiers, Kursmakler und 
dergl. auf das Finanzleben Einfluß gewinnen und Handelsspionage treiben können. In 
Frankreich ansässige Agenten unterrichteten den Feind in jeder Hinsicht über die Wirt- 
schaftslage, die Absatzmöglichkeiten usw., und zwar in einer für uns nachteiligen Weise. 
Desgleichen haben feindliche Vertreter es verstanden, ihren Ländern einen großen Teil 
französischer Auslandsfrachten zu sichern; dies wird unterbunden werden. 
Die Verbündeten werden sich in jeder Beziehung unterstützen und dadurch Käufe 
im feindlichen Auslande möglichst einschränken. 
IV. Erklärungen des englischen Premier-Ministers Asquith. 
Mit ähnlichen Worten wie der französische Handelsminister hat 
der englische Premier-Minister Asquith am 3. August 1916 vor dem 
Unterhaus die Beschlüsse der Pariser Wirtschaftskonferenz verteidigt. 
Als selbstverständlich gelten für Herrn Asquith die Beschlüsse, soweit sie sich 
auf Maßnahmen während des Krieges beziehen. Das Unterhaus war auch ohne 
Widerspruch gleicher Meinung. Im übrigen sagte Asquith, daß die Beschlüsse lediglich 
einen defensiven Charakter trügen. Deutschland werde sein System des wirtschaftlichen 
Vordringens nach dem Kriege wieder aufnehmen, und ihm würden hierbei namhafte 
Vorteile zur Seite stehen. Deutschland habe weiter eine große Kauffahrteiflotte, die 
im Augenblick noch sicher in den Häfen Deutschlands oder der neutralen Länder 
liege. Aus den deutschen Handelszeitungen ergebe sich deutlich, daß die Deutschen 
auf diese Faktoren zählten, um die Wiederherstellung des industriellen und kommerziellen 
Lebens der Alliierten zu hindern. Die Deutschen organisieren ihre Industrie bereits 
jetzt für einen Angriff auf die Märkte der Alliierten und um möglicherweise in den 
neutralen Ländern während der Übergangsperiode die alliierten Mächte zu verdrängen. 
Die Wiederherstellung des verwüsteten Gebietes ist die allererste Forderung der 
Alliierten, und diese Wiederherstellung muß sich sowohl auf die Rohmaterialien wie 
auf die industriellen Maschinen, landwirtschaftlichen Werkzeuge, die Vorräte und die 
Handelsflotte beziehen. Außerdem verpflichten sich die Alliierten, die feindlichen 
Mächte nicht auf dem Fuße einer meistbegünstigten Nation während einer Anzahl von 
Jahren zu behandeln. Dies bedeute, daß die Alliierten während dieser Periode alle 
Konzessionen, die sie gegenseitig untereinander treffen, für Deutschland und Österreich 
nicht zur Anwendung kommen lassen. Ferner werden die Alliierten während des 
Zeitraumes des Überganges und der Wiederherstellung ihre Vorräte und Hilfsmittel 
untereinander austauschen, um sich gegen die deutschen Maßregeln zu schützen, die 
danach trachten, die Vorräte und das Material aus neutralen Ländern für sich mit 
Beschlag zu belegen. 
Asquith sagte, wir müssen alle deutschen Monopole, wie sie in einzelnen Fällen 
vor dem Kriege bestanden, so zum Beispiel bei Metallen in Australien, verhindern. 
Das Ministerium ist eben eifrig damit beschäftigt, Pläne auszuarbeiten, um uns von 
der feindlichen Einfuhr unabhängig zu machen. KEs ist bereits ein Plan entworfen 
worden, um wissenschaftliche und industrielle Untersuchungen durch Reichssubsidien 
zu unterstützen, damit Farbstoffe, ungereinigtes Zink und andere wichtige Artikel 
bei den Alliierten unabhängig von Deutschland hergestellt werden können. 
Über die Stellung der gegenwärtigen Neutralen im geplanten künftigen Wirt- 
schafissystem der Entente und insbesondere über die Rückwirkung der vorgesehenen 
| zeitweisen Einschränkung der Meistbegünstigung äußerte sich Asquith wie folgt: „Wir 
| wurden darauf aufmerksam gemacht, daß in neutralen Ländern, inbesondere in den 
| Vereinigten Staaten, gewisse Befürchtungen wegen der Konsequenzen der Pariser Be- 
schlüsse bestehen und eine, wenn auch nicht weit verbreitete Auffassung dahin geht, 
daß sie auch den Neutralen gelten und diese in Mitleidenschaft ziehen werden, indem 
  
  
  
 
	        
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