120 IV. Teil. Die Pariser Wirtschaftskonferenz.
sie ihnen anormale und unbillige Beschränkungen auferlegen im V
erkehr mit den
der Entente angehörenden Staaten. Das ist aber nich
t der Fall. Die Pariser Reso-
uge und bei ihrer
daß die Neutralen nicht Schaden
Neutralen in dieser Angelegenheit
Übergriffe zu schützen, bildet an
eine aggressive Wirtschaftspolitik
Verwirklichung wird streng darauf geachtet werden,
leiden. Faktisch sind unsere Interessen und die der
identisch. Der Entschluß der Alliierten, sich gegen
sich schon eine Garantıe dafür, daß wir unserseits k
gegen andere Völker verfolgen werden.“
Die „Neue Zürcher Zeitung“ bemerkte zur Rede von Asquith:
„Asquith hat mit seinen Erklärungen so geschickt die mittlere Linie, die im
Grunde zu keiner Entscheidung verpflichtet, gefunden, daß seine Rede weder bei den
Tarifreformern noch bei den Freihändlern ernstlichen Widerspruch fand, wenn auch
den letztern der formelle Beitritt der Koalitionsregierung zu den Pariser Beschlüssen offen-
bar recht unliebsam ist. Immerhin hätte man doch in beiden Lagern gern Genaueres
über die Absichten der Regierung erfahren, was aus den Reden der Vertreter der
zwei entgegengesetzten handelspolitischen Richtungen deutlich hervorgeht. Sir
Edward Carson, der Leader der Konservativen, der im allgemeinen mit den Fest-
stellungen des Premiers zufrieden war, charakterisierte sie doch ironisch als „pious
and well-sounding declaration“ und der Sprecher des Freihandels, Sir John Simon,
fand sie „vague and in part platitudinous“. Der Londoner „Economist“, bei dem
kürzlich ein Redaktionswechsel stattgefunden hat, widmete der Unterhaussitzung vom
3. August nur einige wenige Zeilen, während die große freihändlerische Tageszeitung
„Manchester Guardian“ aufs neue mit allem Ernst auf die Gefahren eines Handels-
krieges nach Friedensschluß hinwies. Wohl sei durchaus anzuerkennen, daß die
stärkere Entwicklung der eigenen gewaltigen Hilfskräfte des britischen Reiches und
seine wirtschaftliche Verselbständigung eine patriotische Pflicht sei; doch habe dies
auf andern Wegen als auf dem der Repression des Gegners zu geschehen.
„Warum — so fragt das Blatt — haben die Deutschen andere Völker über-
holt, daß sie in manchen Industrieartikeln sich geradezu ein Monopol sicherten? So-
fern unser eigenes Land in Frage kommt,
daß weder unsere Geschäftsleute noch unsere Regi
schätzung der Bedeutung der Wissenschaft für die ind
Wohl haben wir große Wissenschaftler und steuern unsern guten Teil bei zu den
fundamentalen Forschungen auf dem Gebiete der reinen Wissenschaft und der Technik.
Aber im ganzen ist unser Volk gegenüber diesen Entwicklungen gleichgültig. Wir
vernachlässigen die schöpferischen Persönlichkeiten, wir lächeln über die Theorie und
spotten über mühsame, methodische Arbeit, indem wir uns auf unsern praktischen
Sinn etwas einbilden. Und doch ist es die methodische Detailarbeit, die mit unend-
licher Mühe die Verbindung zwischen Theorie und Praxis herstellt. Deutschlands
Erfolg geht zurück auf die Pflege von Dingen, die wir verachten, ebenso wie seine
Mißerfolge und Sünden eine Folge der Verachtung von Dingen ist, die wir unsererseits
hochhalten. Wir gehen einig mit Herrn Asquith darin, daß der Staat künftig volks-
und staatswirtschaftlich wichtige Industrien im Auge behalten muß; aber wir sind.
auch der Überzeugung, daß es der beste Weg zu ihrer Entwicklung ist, wenn Ge-
schäftswelt und Staatsmänner ihrerseits ebenfalls jene Revision althergebrachter Auf-
fassungen yornehmen, welche gegenwärtig den Freihändlern so lebhaft empfohlen wird.“
ustrielle Entwicklung haben.
V. Preßstimmen zu den Beschlüssen.
Der Pariser Korrespondent der schweizerischen Zeitung „Der Bund“
äußert — am 21. Juli 1916 — seine Ansicht dahin: