Full text : Rapport sur la journée de huit heures ou la semaine de quarante-huit heures

139

der  Zug  der  Albulalinie  aus  dem  sonnigen  Wetter  von
Bevers  im  Engadin  durch  den  Tunnel  in  den  Regen
des  Albulatales  hinaus  fährt.  Die  Massenerhebung  der
Bündner  Alpen  bewirkt  eine  hohe  Lage  der  Wald-,  Pflanzendecke
Weiden-  und  Schneegrenze;  im  Engadin  und  im  Münstertal
  steht  der  oberste  Wald  bei  2200  in;  an  der  Bernina
steigt  die  Schneegrenze  auf  3100  m.  Die  Gebirgstäler
Graubündens  erhalten  ihren  Landschaftscharakter  durch  die
Nadelholzwaldungen,  die  stundenweit  als  dunkles  Kleid
die  Gehänge  verhüllen,  und  durch  die  prächtigen,  blumigen
Alpweiden.  Durch  die  Föhnzasse  des  Rheinquertales
dringt  die  Rebe  bis  nach  Chur  hinauf  vor.  Getreide
wird  taleinwärts  bis  zu  großer  Höhe  angebaut;  so  steigen
in  sonniger  Lage  im  Engadin  die  Getreidefelder  neben
den  Obstbäumen  bis  zu  1700  rn,  an  der  Ofenstraße  bis
1800  na.  Immerhin  wird  der  Boden  meist  alpwirtschaft-  Alpwirtschaft
lich  benutzt.  Die  Alpweiden  unterhalten  einen  Viehstand,
der  zum  wichtigsten  Besitz  des  Landes  gehört.  Aus  den
Hochtälern  stammt  das  luftgekrocknele  Fleisch,  das  unter
dem  Namen  „Bündner  Fleisch",  meist  von  Chur  aus
versandt  wird.  Schott  längst  vermochte  die  Alpwirtschaft
nicht  mehr  allein  die  wachsende  Bevölkerung  zu  ernähren;
daher  der  Trieb  so  vieler  Bündner,  im  besondern  der  Wanderung
Engadiner,  nach  den  großen  Städten  Norditaliens  und
des  übrigen  Europa  auszuwandern,  um  als  Zuckerbäcker,
Wirte,  Hotelangestellte  oder  Geschäftsleute  sich  einen  gewissen ­
  Wohlstand  zu  verschaffen  und  in  späteren  Jahren
wieder  nach  der  Heimat  zurückzukehren.  Diese  Kräfte
werden  neuerdings  immer  mehr  im  Lande  zurückgehalten
durch  den  sichern  Verdienst  im  Fremdeubesuch,  der  Grau-  Fremdenverkehr
blinden  wegen  seiner  landschaftlichen  Schönheit  und  der
Heilwirkungen  seines  Höhenklimas  und  der  zahlreichen
Mineralquellen  bevorzugt.  Die  rätische  Bahn  und  die
Alpenstraßen  bewältigen  mid  fördern  einen  großen  Touristenverkehr. ­
  Im  Winter  wenden  sich  die  fremden  Besucher ­
  nach  den  bekannte»  Schnee-  und  Eissportplätzen
St.  Moritz,  Davos  und  Klosters.  Durch  den  Bau  einer
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.