fullscreen: Die politische Ökonomie des Rentners

114 Die Werttheorie (Fortsetzung) 
nach dem Grenznutzen und Werte desjenigen Produktes, welches 
unter allen, zu deren Erzeugung die Produktivmitteleinheit 
wirtschaftlicher weise hätte verwendet werden dürfen, 
den geringsten Grenznutzen besitzt‘. Wenn wir jetzt die kapi- 
talistische Produktion betrachten, so sehen wir sofort, daß das 
„wWirtschaftlicherweise‘“, von dem Böhm-Bawerk spricht, die 
Kategorie des Preises bereits als gegeben voraussetzt”. Das 
ist wiederum ein Irrtum, der der ganzen österreichischen Schule 
„immanent“‘‘ ist; er entsteht, wie oben ausgeführt, aus dem Ver- 
kennen der Rolle der gesellschaftlichen Zusammenhänge in der 
Bildung der individuellen Psychologie des modernen ‚Wirt- 
schaftssubjekts‘“. 
6. ERGEBNISSE 
Wir können die Untersuchung der subjektiven Werttheorie 
abschließen, indem wir noch die Preistheorie der Ööster- 
reichischen Schule einer kurzen Prüfung unterziehen. Wird doch 
der Preis von Böhm-Bawerk gewissermaßen als eine Resultante 
von subjektiven Schätzungen betrachtet, die im Tauschprozeß 
auf dem Markte zusammenstoßen. Bei der Ableitung dieser Re- 
sultante muß Böhm-Bawerk eine Reihe von Faktoren aufzählen, 
die an ihrem Zustandekommen teilnehmen und in der Haupt- 
sache den Inhalt, d. h. die quantitative Bestimmtheit der sub- 
jektiven Schätzungen der auf dem Markte im Kampfe mitein- 
ander liegenden Käufer und Verkäufer betreffen. Wir wollen 
beim Nachweis der Widersprüche und Untauglichkeit der Böhm- 
schen Behauptungen über diese „Faktoren“ gleichzeitig auch die 
früheren ausführlichen kritischen Bemerkungen nochmals kurz 
zusammenfassen. 
Zuvor aber müssen wir noch etwas bei der von Böhm-Bawerk 
gegebenen Darstellung des Mechanismus des Tauschpro- 
zesses verweilen. Böhm-Bawerk betrachtet den Tauschprozeß 
entsprechend der immer mehr zunehmenden Kompliziertheit 
71 Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“‘, S. 69. 
72 Vgl. G. Eckstein: „Neue Zeit“ XXVIII, Bd. I, S. 371. Böhm selbst 
schreibt: „Ein Holzhändler, der Holz für die Erzeugung von Faßdauben kaufen 
will, wird mit seiner Ueberlegung über den Wert, den das Holz für ihn hat, 
sehr rasch zu Ende sein: er überschlägt, wie viel Dauben er daraus erzeugen 
kann, und er weiß, was die Dauben nach den derzeitigen Marktverhält- 
nissen wert sind; um ein weiteres braucht er sich nicht zu kümmern. „Grund- 
züge‘, S. 65. Der Holzhändler wird freilich „mit seiner Ueberlegung sehr 
rasch zu Ende sein“ und „braucht sich um ein weiteres nicht zu kümmern“; 
das kann man aber keinesfalls von Böhm selbst behaupten.
	        
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