Object : Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

308

die  Sätze  von  1  0  Cents  (20  Pf.)  für  20  g  bei  Briefen  (weitere  20  g  je  6  Cents
=  12  Pf.),  4  Cents  (8  Pf.)  für  Postkarten  und  2  Cents  (4  Pf.)  für  je  50  g
Drucksachen  usw.
Diese  Sätze  galten  erst  kürzlich  noch  auch  im  Verkehr  mit  Deutschland ­
  und  seinen  Kolonien.  Nur  im  gegenseitigen  Verkehr  hatten  die
deutschen  Postanstalten  in  China  und  Kiautschou *  45 )  auch  bisher  schon  einen
ermässigten  Tarif  für  Briefsendungen,  der  dem  chinesischen  Inlandstarif
ähnlich  war.

Post  und  Telegraphie“  (Berlin)  1908,  Nr.  13,  S.  389,  und  ■  den  Artikel
„Verbilligung  der  Brief-  und  Zeitungsversendung  mit  den  deutschen  Postanstalten ­
  in  China“  in  der  „Deutschen  Verkehrs-Zeitung“  1908,  Nr.  25,  S.  353
bis  354,  wo  auch  eine  Statistik  des  betreffenden  Verkehrs  zu  finden  ist.
Auch  die  Reichspoststatistik  (1906)  bringt  diese.
45 J  Aus  dem  deutschen  Schutzgebiet  Kiautschou,  wo  7  deutsche
Postämter  vorhanden  sind,  bezahlt  man  im  Verkehr  nach  Deutschland  und
den  deutschen  Kolonien:

für  Briefe
„  Postkarten
„  Drucksachen;
Geschäftspapiere
(mindest.  250  g)
„  Warenproben
(mindest.  250  g)

(  bis
\  *

I

20  g

4

Cents

(etwa

8  Pf.)

250  „

8

11

(  „

16

11

)

2

11

(  „

4

51

)

50  „

1

11

(  „

2

55

)

100  „

2

15

(  „

4

11

)

250  „

4

11

(  „

8

11

)

500  „

8

51

(  „

16

11

)

1000  „

12

11

(  „

24

15

)

2000  „

24

11

(  „

48

15

)

250  „

4

11

(  „

8

11

)

350  „

8

15

(  „

10

55

)

im  Aufbau  dem  inneren

deutschen  Tarif,

nur  sind  die  Sätze  überall  um  etwa  25%  niedriger.  (Vgl.  Berner,  Publikation ­
  über  die  Ausführung  des  Weltpostvertrages,  S.  59.)
Die  chinesische  Reichspost  hatte  bis  1906  in  der  Provinz
Schantuug  (33  Millionen  Einwohner)  schon  in  allen  Verwaltungsstädten
Postanstalten  errichtet.  Den  drei  Hauptpostämtern  Tschifu,  Kiautschou
und  Tsinanfu  unterstehen  46  Postämter,  199  Postagenturen  und  66  Markenverkaufsstellen.
  Dazu  kamen  1906  noch  die  Postanstalten  in  Fangtse  und
Poschan,  am  Sitze  der  Kohlengruben  der  Schantung-Bergbau-Gesellschaft.
(Nr.  268  der  Beichstagsdruoksachen,  I.  Session  1907,  S.  29.)

Nach  der  deutschen  Reichspoststatistik  für  1906  (S.  68)  wies  das
Schutzgebiet  Kiautschou  im  Jahre  2  877  900  Briefsendungen  auf,  1419  900
aufgegebene  uud  1  458  000  angekommene,  die  deutschen  Postanstalten  im
übrigen  China  aber  1  497  600,  davon  611  600  aufgegebene  und  886  000  angekömmene.
  Hier  ist  natürlich  der  Orts-  und  Nachbarverkehr,  auch  der
deutschen  Postanstalten  untereinander,  mitgerechnet.  Bisher  war  dieser
Verkehr  übrigens  matt  und  nahm  wenig  oder  gar  nicht  zu,  wie  sonst  überall, ­
  sondern  er  ging  noch  zurück.  1904  betrug  die  Gesamtzahl  der  Sendungen
nämlich  1  727  100  und  1905  waren  es  1  599  400,  1906  dann,  wie  eben  erwähnt,
1  497  600.  Die  neue  Portoermässigung  war  also  durchaus  ein  Bedürfnis.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.