Full text : Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

Se
Offenbar ist der internationale Tausch ein Rentenfall der
beschränkten Konkurrenz der Produktionsfaktoren, und zwar
einer unter vielen, während der interpersonale Tausch Nutzengewinne
 auf Grund einer kontinuierlichen, wenn auch sonst noch
so unbestimmten Skala darstellt. Gradcuell ist der Unterschied
deshalb, weil im zweiten Falle {este Vorräte gegeben sind, die im
ersten Falle nur um eine Stufe zurückdatiert werden auf die Knappheit
 ihrer Faktoren, d. h. die Knappheit ist nur um einige Grade
ihrem. Ursprung näher gebracht, wobei dann allerdings die hier
entscheidende Tatsache hinzukommt, daß die Vorratsgegebenheit
der Produktionsfaktoren keine einheitliche ist, mithin keine Kontinuität
 der Nutzung vorhanden sein kann. Darin liegt der materielle
Unterschied, der Schumpeter dazu veranlaßte, diesen beiden
Anwendungen des Rentenprinzips eine nur {formale Ähnlichkeit
zuzusprechen.
Diese scharfe Trennung tritt erst dann deutlich vor unser
Auge, wenn wir den Begriff der Nation endgültig fallen lassen,
uns einen Markt der Produkte vorstellen und dessen Nachfrage
nach Produktionsmitteln als einen auf beliebig viele isolierte Teilvorräte
 gerichteten Gesamtbedarf denken — Teilvorräte, die sich,
wie gesagt, bezüglich ihrer Grenzproduktivität diskontinuierlich
zueinander verhalten.
Die Gegenüberstellung: international — interpersonal tritt
dann vollständig in den Hintergrund. An ihre Stelle tritt das Preisproblem
 des Marktes der Produkte mit rentenähnlichen Tauschgewinnen,
 die der Nutzenskala der Tauschpartner entsprechen
einerseits und das prinzipiell gleichgeartete Preisproblem der Pro-Auktionsfaktoren,
 das jedoch nur innerhalb der Teilmärkte der
Faktoren lösbar ist, wenn €S infolge beschränkter Konkurrenz
keinen Gesamtmarkt gibt, andererseits. Folge der beschränkten
Konkurrenz und der ähnlich wirkenden diskontinuierlichen Ertragsdifferenzierung
 ist jener Überschuß, den wir hier allein als Rente
bezeichnen wollen. Auch er ist Wertüberschuß im Sinne der
Nutzentheorie, der einem Versagen der idealen Zurechnung entspringt.

Wir haben also, um es noch einmal zu sagen, zwei Arten von
Gewinnen: den von uns sogenannten Tauschgewinn, der mit jedem
Tausch verbunden ist, denn sonst würde eben nicht getauscht
werden, und der auf eine Divergenz der Schätzungen vorhandener
Vorräte hinausläuft; seine Größe ist infolge Kontinuität des

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