Full text : Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

ZEN N DIE
kraftvollen nationalen Lebensgefühls gespeist wi 1 Es liegt im -
Wesen dieses individualisierten Wir-Bewußtsein im Augenblick:
seiner staatlichen Realisierung, die Gesamtheit all ;Lebenssphärenseiner
 Träger zu absorbieren, eine Wertgemeinsc ift, darzustellen;
die den Rang einer jeweils besonders qualifiziert ‘und i x She
Eigenart einzig dastehenden Ausdruckseinheit für ‚ebefswerte
 beansprucht. Sie tendiert deshalb zur Autarkie, zu einer
Selbstgenügsamkeit die einer durch Analogieschluß gewonnenen
Persönlichkeitsvorstellung als absoluter Inhalt beigegeben wird.
Jede Auflösung urwüchsig verbundener Gemeinschaft, wie sie
durch die Fluktuationen des Faktors Arbeit im Gefolge der wirtschaftlichen
 Entwicklung verursacht wird, widerstrebt diesem
nach innen auf das Gefüge der Gemeinschaft gerichteten Abgeschlossenheitsgefühl,
 denn sie vermindert die Dauer des Zusammenlebens,
 durch die allein ein Bewußtsein gemeinsamen Schicksals
existent wird, sie zerstört die Reinheit der Rasse und vernichtet
letztlich die für die Bildung des nationalen Typus notwendige Voraussetzung
 einer Homogenität des psychischen Grundgefühls.
So steht denn auch die Bevölkerungspolitik des Nationalstaates
im Gegensatz zur Idee einer wirtschaftlich richtigen Streuung der
Bevölkerung über den Wirtschaftsraum. Der Sinn der Handelspolitik
 erschöpft sich in dem vergeblichen Kampf des Staates
gegen die zentrifugalen, die nationale Gemeinschaft lösenden und
darum destruktiven Mächte der wirtschaftlichen Entwicklung.
Drängt die ökonomische Theorie in der uns bekannten nationalstaatlichen
 Anwendung der Handelspolitik eine bestimmte Aufnahmefähigkeit
 an Bevölkerung auf, d. h. siegt der wirtschaftliche
Standpunkt, so ist das gleichbedeutend mit einem Verzicht auf
Handelspolitik, mit einer Selbstaufgabe nationalstaatlichen Lebens
überhaupt. v. Mises?!), einer der wenigen, der sich über diese Zusammenhänge
 äußert, hält zwar diese Antinomie zwischen Handelspolitik
 und Theorie für nicht so grundsätzlich, vertritt jedoch insoweit
 dieselbe Auffassung, als er den Sinn der Handelspolitik
als ein Bestreben charakterisiert, die im Gebiete eines Staates
historisch verbundene Bevölkerung zu erhalten. Die Handelspolitik
 kann nach ihm jedoch bei einer Läuterung der Idee der
Nation ihr Ziel fallen lassen, während wir diese Läuterung so lange
für unmöglich halten, als Staat, Nation und Wertgemeinschaft
ein geschlossenes Ganzes bleiben, das durch die Wucht seines organiı)
 Vgl. v. Mises, Vom Ziel der Handelspolitik, Arch, f. Soz. Wiss., 42. Bd., 1916.
            
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