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regenübergestellt, aus denen sich jedoch die wesentlichsten Entwicklungsmerkmale der
ainzelnen Ausgabearten innerhalb der verschiedenen Aufgabengebiete klar ersehen lassen.
Die Zusammensetzung der Ausgaben der öffentlichen Verwaltung hat sich in den beiden
Berichtsjahren zum Teil recht erheblich verändert. Je nach der Art des Aufgabengebietes
weichen die Anteilsätze der verschiedenen Ausgabearten stark voneinander ab. So hat bei
dem Aufgabengebiet Staats- und Rechtssicherheit der Personalaufwand im Jahre 1913/14
nur 35,4 vH der Gesamtausgaben beansprucht, im Jahre 1927/28 dagegen 61,7 vH. Eine
ähnliche Steigerung weist das Wohlfahrtswesen bei den Zuschüssen und Unterstützungen,
insbesondere wirtschaftlicher und sozialer Art auf. Umgekehrt haben die Sachausgaben
beim Wohlfahrtswesen und ebenso bei der Finanz- und Steuerverwaltung einen beträcht-
lichen Rückgang ihrer Anteilsätze am Gesamtaufwand im Jahre 1927/28 gegenüber der Vor-
kriegszeit erfahren.
Die Verteilung der Ausgaben der gesamten öffentlichen Verwaltung auf die verschiedenen
Ausgabearten in den vier Berichtsjahren geht aus folgender zusammenfassenden Übersicht
Nervor:
Übersicht 1
Die Zusammensetzung der Ausgaben der öffentlichen Verwaltung !ür die Rechnungsjahre 1913/14,
1925/26, 1926/27 und 1927/28 *)
Von dem Betrag in Sp. 2 entfallen (in vH) auf
Rech-
1ungS-
jahr
Ausgaben!)
in MILK
zw. ZA
Zuschüsse und
>ersönliche Sächliche Unterstützungen,
Ausgaben Ausgaben nsbesondere wirt-
{ausschl, (einschl. schaftlicher und
Arbeiterlöhne) | Arbeiterlöhne) | Sozialer Art,
Beiträge an
Zweckverbände
1913/14
7184,7
30,E
27,7
1925/26
14 484.4
24.5
12,9
1926/27
1927/98 }
17 232,1
188110
%
"69
21,1
145
1095
12%
*) Beachte die Anmerkungen zu Übersicht 14 (Hauptübersicht) S. 180 ff, —
Fondsbildung,
Gewährung
von Darlehen,
Veubauten, Grund-
ztücksankäufe so-
wie sonstige
Ausgaben außer-
yewöhnlicher Art
Sonstige
Ausgaben
(einschl.
Verzinsung
und Tilgung
ier Schulden)
21.4
13,0
18,8
18,7 | 19,5
17 227
I) Siehe Anmerkung !) zu Übersicht 10-
Der größte Teil der gesamten Ausgaben entfällt in der Vor- wie Nachkriegszeit auf den
Personalaufwand; der Sachaufwand steht den persönlichen Kosten nur wenig nach. In
gleichmäßigem Abstand folgen im Vorkriegsjahr die außergewöhnlichen und sonstigen Aus-
gaben sowie die Zuschüsse und Unterstützungen, insbesondere wirtschaftlicher und sozialer
Art. Die Nachkriegsjahre zeigen ein nur wenig verändertes Bild. Lediglich die sonstigen
Ausgaben, die zum weitaus größten Teil Kriegslasten enthalten, treten in der Nachkriegs-
zeit stark hervor. Die Anteile der persönlichen und sächlichen Ausgaben am Gesamtaufwand
sind im allgemeinen von Jahr zu Jahr zurückgegangen. Nur der Anteil der persönlichen
Kosten weist im Jahre 1927/28 infolge der Besoldungsneuregelung eine geringe Zunahme
auf. Der Anteil der Zuschüsse und Unterstützungen, insbesondere wirtschaftlicher und
sozialer Art ist im Jahre 1925/26 gegenüber 1913/14 erheblich angestiegen und geht erst
im Jahre 1927/28 wieder merklich zurück. Die Ausgaben außergewöhnlicher Art haben
anteilmäßig 1925/26 gegenüber 1913/14 beträchtlich verloren, 1926/27 und 1927/28 abe!
wieder an Bedeutung gewonnen. Der Anteil der sonstigen Ausgaben zeigt von Jahr zu
Jahr eine stete Zunahme infolge der 1925/26 einsetzenden und seitdem ansteigenden
Kriegslasten, die ungefähr 85 vH der hier nachgewiesenen Beträge ausmachen.