Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

werke und Salinen mit dem Königreich Westfalen abschlossen, 
mißlang völlig, da das Publikum sie nicht abnahm!). Eine preu- 
ßische Anleihe, die 1809 in Amsterdam aufgelegt wurde, fand eben- 
sowenig Liebhaber?). Dänemark verhandelte ebenfalls in jener Zeit 
in Holland über die Verlängerung seiner noch 8 700 000 fl. be- 
tragenden Schuld, und die holländischen Gläubiger mußten sich 
in das Unvermeidliche fügen?). Noch 1813 wurde versucht, in 
Holland für Dänemark eine Anleihe von 8 Mill. Francs zu erreichen, 
zu 6%, und unter Verpfändung aller Einnahmen des Staats und 
der Kronjuwelen; doch kam die Anleihe nicht mehr zustande*). 
Allmählich machten sich auch die Ausfälle in den Renten- 
eingängen bemerkbar; Schweden hatte schon 1807 seine Zahlungen 
eingestellt, Dänemark zwar die Schulden seiner westindischen 
Inseln abgekauft; aber diese Beträge ruhten im Depot in London; 
Spanien zahlte gar nicht, Österreich ebensowenig®°). Im Jahre 1810 
war England noch mit 10—12 Mill. £ an Holland verschuldet, ohne 
daß man hier die Zinsen dafür erhielt®). 
Insbesondere Österreich machte den holländischen 
Gläubigern viel Kummer. Nach 1794 unterblieben die Amorti- 
sationen unter dem Vorwande, die holländische Regierung habe 
die aufrührerische Bewegung in den österreichischen Niederlanden 
unterstützt. Im Jahre 1802 nahm Österreich die Zahlungen wieder 
auf, sagte auch Ersatz der rückständigen Zinsen zu. Die Zahlung 
erfolgte nun nach den Bedingungen in Holland in holländischer 
Valuta und gegen festen Kurs. Ende 1804 bestimmte aber eine 
kaiserliche Verordnung, daß die Zahlung fortan in Wien und in 
Österreichischer Papierwährung zum Nennwert zu erfolgen habe. 
Das bedeutete nichts anderes als den verschleierten Bankerott 
und rief zahlreiche Reklamationen hervor. Die österreichische Re- 
gierung antwortete darauf mit dem Ersuchen um einen Vorschuß 
') Kleinschmidt, Gesch. d. Königr. Westfalen, S. 105. 
?) Blok, Gesch. v. h. ned. Volk, VII, S. 215. Ueber den Abschluß dieser 
Anleihe vgl. Niebuhr, Lebensnachrichten, I, 407; Gerhard u. Norvin, 
Die Briefe B. G. Niebuhrs, I, 538, Anm. ı (1926). 
3) Rubin, 1807—1814, S. 205f. Außerdem bestand in Holland noch 
eine Schuld von ı Mill. fl. für die Dänisch-asiat. Kompanie. 
*) Ebenda, S. 308 f. 
)Blok, a; a.10.,18S, 95, 248 £. 
5) Rubin, S. 3090, Anm. ı. 
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