91 Persien. =.
Armee, Von fremden Silbermünzen sind im Umlauf:
Das Heerwesen ist in einer völligen Neubildung Russische Rubel (auch PB apier) im Norden und
begriffen, die von einer zwanziggliedrigen Kommission Indische Rupien (im Süden).
vorbereitet wird. Von fremden Goldmünzen (die nach dem Metall-
Zur Zeit der letzten Reorganisation (August 1907) wert angenommen werden) sind meist französische und
wurde eine 1!%—2jährige Dienstzeit im allgemeinen für englische im Verkehr.
ausreichend gehalten. Es bestanden 4 Divisionen, deren —
Befehlshaber (Serdar = Marschall) dem Schah direkt Zölle und Steuern.
verantwortlich waren. Zollwesen.
Die offiziellen Angaben pro 1908 rechneten mit Persien gehört zu den wenigen Ländern, die in der
einer Kriegsstärke von über 90000 Mann (wovon In- Normierung ihrer Zollsätze auf das Einverständnis der
fanterie ca. 64000, Artillerie über 5000, Greuzwachen interessierten europäischen Mächte abhängig sind. Der
und Kamelreiter über 5000, irreguläre Kavallerie ein- gegenwärtige Zustand ist der, dass bei Einfuhr und
schliesslich der Leibwache ca. 15000 Mann). Ausfuhr ein Zoll von 5% ohne Unterschied der Waren-
Flotte gattung erhoben wird.
Die persische Flolie besicht zur Yet alle: Früher gab es auch einen Inlandszoll, der aber
ie pe : it bgeschaflt ist.
1 Schraubendampfer „Persepolis“ von 600 Tonnen und = N ne n ABS
Us AR DSMeH N aa A 4 Geschützen Bei der vorwiegend_ landwirtschaftlichen Beschäfti-
1 Polizeiboot „Susa“ für den Flussdienst (auf dem UNng der Bevölkerung sind die diesem Berufe auferleg-
Karun 1884 in Bremerhaven gebaut). ten Steuern bei weitem die wichtigsten. Die offizielle
}: alle Belgische Dampfyacht „Muzaffari“, mit zwei Abgabe beträgt ein Fünftel des Ertrages, in Wirk-
Hotchkiss-Kanonen — im” Jahre 1903 angekauft. lichkeit aber dürfte seitens der Steuererheber im Durch-
5 Polizeiboote (von je 75 Pferdestärken und je einem Schnitt ein volles Drittel eingetrieben werden.
französischen Maschinengeschütz) für den Steuer- P S
dienst im Persischen Golfe. — “In Bombay 1906 ost und Telegraph.
gebaut — Kosten ä £ 4000. „Persien gehört zum Weltpostverein. Im Inlands-
Münzwesen. dienst kostet ein Brief von 2 Miskal Gewicht (9,2 8)
Die Grundlage der persischen Münzwährung ist © Schahi (ca. 13 Pfg.). Bei Vebergewicht 3 Schahi
der Kran, ein Silberstück von der ungefähren Grösse ad Ye DE Se 2 0 Mi g TH
eines Franc, dessen Wert (mit dem Sülberpreis) starken P AM DrO iskal (46 g).
Schwankungen unterworfen ist. Postpakete kosten je nach der Entfernung zehn
Zur Zeit gilt der Kran —,37 Mk. (1 Kran hat Schahi bis 3 Kran pro 100 Miskal (die Wertversiche-
20 Schahi) ) rung beträgt 1 bis 1% % je nach Distanz).
Es ibt folgende Münzen: Postämter (im ganzen 140) gibt es in den meisten
Gold S ü ke (selten im Umlauf) bedeutenderen Ortschaften. Annahme und Auslieferung
1. Toman — 10 Kıan der Briefschaften vollziehen sich in den grösseren
% N Tom an = 5 % Plätzen täglich, an anderen Orten an den Posttagen.
2 DR ” . . ne .
deren Wert aber 10 und 5 Francs (entsprechend dem Nach den wichtigeren Städten geht die Post von
Goldwerdt) beträgt und von den Wertschwankungen Teheran zweimal wöchentlich. Teheran, Mesched, Is-
des persischen Silbergeldes nicht abhängt. fahan und Rescht haben auch eine Lokal-Post.
Silberstücke Wert in Die Post wird mittels Pferden, auf den fahrbaren
M. Kron. Fres. Sh d Strassen auch mit Postkarren befördert.
5-Kran 1,85 || 2,18 2,31 L 110,7 Das Porto nach Ländern des Weltpostvereins be-
Tr —,714 —87 || —,92 | — 8,7 trägt: 13 Schahi per Brief,
A „ (20 Schahi) —,37 —,43 || _46 — 4,4 OÖ » Postkarte,
» (10 Schahi) —,18 —22 |_28 2,2 SE » 50 g Drucksachen,
A » © Schahi) —,09 —,11 —,11 1 —1I 1,1 13 Einschreibegebühr.
Kupferstücke Es ist also hier auch bei den persischen Post-
4: Schahi 08 209 HE ämtern nicht der nominelle, resp. inländische, sondern
2 MM 4 u) 05 der allgemeine Wert der persischen Geldsorten zu-
1 08 — 02 N — 02 . grunde gelegt. (Ein Schahi offiziell ca. 5 Centimes,
% 2 APPD —01 —,01 !!—,01 —. de facto = ca. 2 Centimes.)