‚93 Persien. 04
Ein Postpaketverkehr besteht fast nur auf dem Telegramme (per Indo-European Co.) von Deutsch-
Papier, wenigstens sind die Nebenkosten, speziell auch land nach Persien kosten 1,25 M. per Wort,*) von
angesichts der sehr erschwerenden Verpackungsvor- Belgien nach Persien Frs. 1,60 per Wort.
schriften (Holzkisten, dickes Leder oder Blech) der- 3. Der persische (Inlands) Ti
artige, dass nur bei hochwertigen Sendungen zu dieser postehen 6 Tnien. Der aß ehrt für ram
Beförderungsart gegriffen werden kann. Allein der persischer Sprache 2% Kran pro 10 Worte, in
Transport von der Grenzstation zum eigentlichen Be- on 7ösischer 3-—5 Kran Dro 10 Worte:
stimmungsort im Innern des Landes kostet im Durch- | : ;
schnitt 21% Francs per Paket. Das Paketporto von 2 Ein Telephondienst besteht in Teheran,
Brüssel via Russland nach Teheran oder Täbris kostet Täbris und Rescht.
mindestens 61%, Francs ausser Versicherungsgebühr, Zahl der Post-Bureaus 140
via Frankreich und Indien beträgt es bis zum persi- wa Teleot: 130
schen Hafen 3,25 bis 4,25 Francs, wozu also noch Länge der Telegraphen-Linien 10670 km.
die Inlandsbeförderung kommt. Eine Versicherung (Gesamte Drahtlänge 15608 km)
wird bei diesem Transportwege nicht angenommen. S
Im übrigen siehe Kapitel „Winke für deutsche Eisenbahnwesen.
Handelshäuser und Industrielle, Bis jetzt gibt es in ganz Persien eine kleine Bahn
von 8,5 km zwischen Teheran und Schach-
Briefe von Mitteleuropa nach Teheran via Russ- Abdul-Azim. Sie wurde im Juli 1888 von einer
land brauchen 10—12 Tage, wenn See- und Landver- belgischen Gesellschaft: der „Societ& des Chemins de
kehr nicht gerade Störungen unterliegen, die bedeu- fer et tramways de Perse“ eröffnet, ist aber bis heute
tende, oft wochenlange Verzögerungen zur Folge haben die einzige im Lande geblieben.
können. Auf dem Seewege via Port Said, Bombay, Die Russen machen grosse Anstrengungen, ihre
Buschehr) brauchen Briefe bis Teheran ungefähr _kaukasische Bahn, die bereits von Alexandropol über
45 Tage. Nachtschewan bis Dschulfa (an der persischen
Grenze) geführt ist, auf persischem Gebiet — und
Angesichts dieser‘ schwierigen Postverhältnisse ist zwar zunächst bis Tähbris fortzusetzen. Eine
das Telegraphenwesen ziemlich entwickelt. Es unter- Chaussee Dschulfa-Täbris (ca. 130 km) ist bereits
steht drei verschiedenen Verwaltungen: von einer russischen Gesellschaft gebaut und ermög-
1. Die „Indo - European Telegraph Company“ be- licht es die Strecke in ca. 14—16 Stunden Wagenfahrt
sitzt eine Linie Teheran-Dschulfa (russische Grenze), ZU erreichen. Eine Stadt von ca. 200 000 Einwohnern
die von dort über Tiflis, Odessa, Warschau nach Ber- Mit einem Warenumsatz von 50—60 Millionen Mark
lin und London führt. (Auslandsverkehr) dürfte einen solchen Bahnanschluss
wohl lohnen.
- Bei Abschluss der Redaktion dieses Buches wird
2. E Das „Indo-European Telegraph-Department in von Petersburg unter dem 12. April gemeldet, dass ein
Persia“ unterhält eine Linie von Teheran nach Bu- Mi otoromnibus-Verkehr zwischen Täbris und Dschulfa
schehr. Von Buschehr geht dann ein Unterseekabel soeben eröffnet worden sei.
nach Indien. Ausser dieser indischen Linie besteht
noch eine Verbindung zwischen Britisch-Belutschistan z ältnisse.
und Kaschan. Diese beiden Linien haben ausschliess- Die Transportverh ist.d
lich englische Beamte und funktionieren in jeder Hin- In Ermangelung von Eisenbahnen ist das ganze in-
sicht vorzüglich. ländische Transportwesen auf die Beförderung mittels
z WO Packtieren angewiesen. Pferde und Maultiere — in
Telegramme in lateinischen Schriftzügen werden den ebeneren Gebieten auch Kamele — werden beim
ausser NE et und nach Indien für folgende Warentransport verwendet, und zwar beträgt Lade-
persische Plätze angenommen: fähigkeit und Tagesleistung:
Teheran Schiras Mesched ET
Kum Buschehr Turbet - i - Haidari Ladefähigkeit Tagesleistung
Kaschan Jesd Kaswin Packpferde 150 kg 45 km
Ispahan Kirman Täbris Maulesel 150° #5
Der Tarif beträgt im Inlandsdienst 3—5 Kran (ca. Kamiele 300.» 23
1,10—1,85 M.) pro angefangene 10 Worte. *) Nach Buschir M. 1,55.
==—— Davis Trietsch, Handbuch für Marokko und Persien. — 43 ——