t : ITI. Die Fürsorge des Staates für die Landaber
haben wir in diesem Zusammenhang an die Ausbildung
der größeren Hofländerei, die Umwandlung der Grundherrschaft
in die Gutsherrschaft, die eben in jener Zeit im deutschenOsten
(wie in England) einzuseten beginnt, und die doch wohl mit einem
freilich wiederum noch nicht ganz zuverlässig erforschten stärkeren
Absatz der landwirtschaftlichen Produkte in Beziehung steht ).
Doch wir wenden uns nach dieser Bemerkung über die noch
nicht genügend aufgeklärten Ursachen der allmählich eintretenden
Wandlung zu der Tatsache zurück, daß das alte System im großen
und ganzen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts anerkannt
blieb. Inzwischen hatte sich freilich schon eine Durchbrechung
desselben in wichtigen Beziehungen und eine Umwandlung
der allgemeinen Anschauungen angebahnt.
In England?) entschloß man sich, wie wir bereits wissen,
verhältnismäßig früh zu einer Anerkennung des Rechts der freien
Getreideausfuhr. Jm 15. Jahrhundert herrscht in England der
Schuß des Getreideproduzenten vor. Im Jahre 1463 wird
sogar ein agrarischer Schutzzoll eingeführt. Unter den Tudors
tritt dann ein Rückschlag ein: man kehrte wieder mehr zu dem
alten System zurück. Im 17. Jahrhundert werden wieder die
Produzenten begünstigt. Von 1660 an begegnen uns agrarische
Schutzölle. Epochemachend ist weiter das Getreideausfuhrprämiengeset;
von Wilhelm I., von 1689: jeder, der englisches
Korn ins Ausland verschifft, erhält eime Prämie: man sucht also
den Getreideexport zu befördern. Die Ausfuhrprämie ist die
Belohnung für die Unterstützung, die die Grundbesißer dem
Oranier gewährt hatten. Man sieht, wie die Ordnung dieser
Dinge von der Politik abhängig ist: während in Deutschland die
Landesherren die Getreideausfuhr hindern, weil sie finanziell
an die Städte gebunden sind, unterstütt die englische Regierung
die Getreideausfuhr, weil sie die Hilfe der Produzenten erfahren
1) Vgl. oben S. 77, Anm. 2.
2) Zum folgenden vgl. W. Naudé, Die Getreidehandelspolitikt der
europäischen Staaten vom 13. bis zum 18. Jahrhundert als Einleitung
in die preußische Getreidehandelspolitik (Acta Borussica, Getreidehandelspolitik,
Bd. 1). R. Faber, Agrarschut, S. 83 ff.
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