Full text : Der Zirkulationsprozess des Kapitals (2.1926)

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Zweiter Abschnitt

IV. Resultate.
Aus der bisherigen Untersuchung ergibt sich:
A. Die verschiedenen Portionen, worin das Kapital geteilt werden
muß, damit ein Teil desselben sich beständig in der Arbeitsperiode
befinden kann, während andere Teile sich in der Zirkulationsperiode
befinden, lösen sich ab, wie verschiedene selbständige Privatkapitale,
 in zwei Fällen: 1. Wenn die Arbeitsperiode gleich der
Zirkulationsperiode, die Umschlagsperiode also in zwei gleiche Abschnitte
 geteilt ist. 2. Wenn die Zirkulationsperiode länger ist als die
Arbeitsperiode, aber zugleich ein einfaches Multipel der Arbeitsperiode
 bildet, so daß eine Zirkulationsperiode gleich n Arbeitsperioden,
 wo n eine ganze Zahl sein muß. In diesen Fällen wird kein
Teil des sukzessive vorgeschossenen Kapitals freigesetzt. ;
B. Dagegen in allen Fällen, wo 1.. die Zirkulationsperiode größer
als die Arbeitsperiode, ohne ein einfaches Multipel derselben zu bilden,
und 2., wo die Arbeitsperiode größer als die Zirkulationsperiode, wird
ein Teil des flüssigen Gesamtkapitals vom zweiten. Umschlag an
beständig und periodisch am Schluß jeder Arbeitsperiode freigesetzt.
Und zwar ist dieses freigesetzte Kapital gleich dem für die Zirkulationsperiode
 vorgeschossenen Teil des Gesamtkapitals, . wenn. die
Arbeitsperiode größer als die Zirkulationsperiode, und gleich dem
Kapitalteil, welcher den Ueberschuß der Zirkulationsperiode über eine
Arbeitsperiode oder über ein Multipel von Arbeitsperioden auszufüllen
hat, wenn die Zirkulationsperiode größer ist als die Arbeitsperiode.
C, Es folgt daraus, daß für das gesellschaftliche: Gesamtkapital,
nach seinem flüssigen Teil betrachtet, die Freisetzung von Kapital
die Regel, die bloße Ablösung der sukzessive im Produktionsprozeß
fungierenden Kapitalteile die Ausnahme bilden muß. .. Denn "die
Gleichheit von Arbeitsperiode‘ und Zirkulationsperiode oder die
Gleichheit der Zirkulationsperiode mit einem einfachen Multipel der
Arbeitsperiode, diese regelmäßige Proportionalität der zwei Bestandteile
 der Umschlagsperiode hat mit der Natur der Sache durchaus
nichts zu tun und kann daher im ganzen und großen nur ausnahmsweise
 stattfinden.
Ein sehr bedeutender Teil des jährlich mehrmals umschlagenden
gesellschaftlichen zirkulierenden Kapitals wird sich also während. des
jährlichen Umschlagszyklus periodisch in der Form ‚von freigesetztem
 Kapital befinden.
Es ist ferner klar, daß, alle andern Umstände gleichbleibend
gesetzt, die Größe dieses freigesetzten Kapitals mit dem Umfang des
Arbeitsprozesses oder mit der Stufenleiter der Produktion, also
überhaupt mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion
wächst. In dem Falle sub B. 2, weil das vorgeschossene Gesamtkapital
 wächst; in B. 1, weil mit der Entwicklung der kapitalistischen
Produktion die Länge der Zirkulationsperiode wächst, also auch die
Umeschlagsperiode in den Fällen, wo die Arbeitsperiode ohne regelmäßiges
 Verhältnis der beiden Perioden.
            
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