delspolitik, die der französischen Zuckerindustrie hohen Schutz
gewährte, höchst nachteilig auf die Amsterdamer Fabrikation.
Zudem traten Brabant und Flandern als Mitbewerber auf; hier
belastete man 1669 den von auswärts kommenden Zucker und Syrup
schwer... Es nutzte auch nicht viel, daß seit 1668 Johan de
Witt gegen die französische Zuckerpolitik durch eine Belastung
der Einfuhr fremder Syrupe einen Schlag führte. Der Friede von
Nymwegen 1678 brachte zwar insoweit eine Erleichterung, als der
nun wieder in Kraft gesetzte französische Tarif von 1664 den Zucker
nur mit 15 anstatt mit 22!/, Livres per 100 Pfund belastete. Um so
mehr machte sich Hamburgs Konkurrenz bemerkbar. Ferner wuchs
auch die Einfuhr des in Westindien raffinierten Zuckers. Nun
wurde endlich den schon mehrfach ergangenen Anregungen zu
einem höheren Schutz oder einer geringeren inneren Belastung des
Zuckers Folge gegeben und am 4. März 1687 von den General-
staaten eine Herabsetzung der Ausfuhrabgabe auf raffinierten Zucker
auf 26 beschlossen!). Aufwärts entwickelte sich der
Amsterdamer Zuckerhandel: aber erst nach
dem Frieden von Utrecht) Die Zahl der Ratffinerien,
die Ende des 17. Jahrhunderts auf 20 gesunken war, betrug 1762:
05. Erst nach 1748 machten sich erneut die Wirkungen verstärkter
Konkurrenz bemerkbar. Sogleich begannen auch die Amsterdamer
Raffinerien wieder nach Unterstützung auszuschauen; sie klagten
namentlich, daß einige Provinzen den Einfuhrzoll auf fremden
Syrup nicht erhöben und ihn frei hereinließen, wodurch in Amster-
dam die Fabrikation benachteiligt werde. Nun erging ein Beschluß
der Staaten von Holland vom 11. April 1750, nach dem die Zucker-
raffinadeure den Impost auf Kohlen nur in derselben Höhe zu
entrichten hätten, wie die Brauer, Brenner und Färber; auch wurde
die genaue Beobachtung der Vorschriften über die Einfuhr von Sy-
rup und raffiniertem Zucker von den Generalstaaten eingeschärft.
Von jetzt ab erfolgte eine methodische Unterstützung der Raffi-
nerien; insbesondere durch Herabsetzung der Einfuhrabgaben auf
rohe und der Ausfuhrabgaben auf raffinierte Zucker, ferner durch
Erhöhung der Einfuhrzölle auf raffinierte und der Ausfuhrzölle auf
rohe Zucker. In letzterem Punkte stritten allerdings die Interessen
der Raffinadeure mit denen vieler Kaufleute. Doch entschied sich
HR eesse „ 1, S. 43 £ auch für das Folgende,
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