VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus. 41.7.
stellen im Jahr 1432 133 Meister zusammen 3360 Stück her.
Der Kleinmeister hatte noch die Oberhand; der Geschäftsumfang
der 11 bedeutendsten Frankfurter Handwerksunternehmungen
erreichte '/; dessen, was für die größten Florentiner
Unternehmen sich ergibt. In Köln ist die Durchschnittszahl
der jährlichen Produktion bei einem Meister in den lettten Jahrzehnten
des 14. Jahrhunderts 35540 Stück. Den Tuchmachern
zu Plauen wurden 1577 als Maximalleistung eines Meisters
16—51 Tuche jährlich gestattet. Die Zahl der Personen, die
die größten Unternehmer m Deutschland am Ende des Mittelalters
in einem einheitlichen Betriebe beschäftigen, dürfte 10-20
betragen!). Bedeutender sind die deutschen Wollwarenmanufakturen
im 17. und namentlich im 18. Jahrhundert. Jetzt
allerdings erreichen die Unternehmungen eine Höhe, hinter
der die der Florentiner des 14. und 15. Jahrhunderts außerordentlich
weit zurückbleibt.
Hiernach ist die Industrie des ausgehenden Mittelalters in
Florenz und noch mehr in den deutschen Städten noch eine überaus
reich gegliederte Industrie, die zu sozialem Ausstieg allenthalben
Raum bot. Tatsache ist allerdings, daß die Tucher in
Florenz ebenso wie in deutschen Städten?) Handwerker beschäftigten.
Das ist eine zweifellose Durchbrechung der strengen
Zunftverfassung. Allein damit bleibt noch immer ein Aufsteigen
der meisten gewerblichen Arbeiter vereinbar, weil eben
die Zahl der von einem Unternehmer beschäftigten Handwerker
wenn Gothein im „Grundriß der Sozialökonomik“ 6, S. 292 u. 299
„die Salzpfannen in Halle, Lüneburg, Hall das bedeutendste Beispiel
kapitalistischen Industriebetriebes im Mittelalter“ nennt und
den Bergbau ,schon im 13. Jahrh. eine entschieden kapitalistische
Wendung“ nehmen läßt. Ebenso Zycha, Art. Bergbau, Hoops’ Reallexikon
I, S. 254. H. v. Lösch, Einl. S. 77: nicht mehr als 4 Gesellen
zulässig. S. 78: Beschäftigung von Hilfskräften in der Textilindustrie
neben den Gesellen.
') Vgl. unten Nr. VIII. Bei einem Rathausbau (15. Jahrh.)
5—11 Steinhauer beschäftigt: F. Wagner, Göttinger Rathaus, aus
dem I1hrbuch des G. V. f. Göttingen 1. S. 20.
2) S. oben S. 328 u. 358.
v. Below, Wirtschastsgeschichte 2. ANufl
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