5 VIL Abjhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
5. Gegenftand*) des Anjpruch3 auf Herausgabe kann alle8 fein, durch deffen Neber-
gang aus dem Vermögen des einen in daZ eineS anderen der lektere bereichert wird (M. II
330; f. $ 812 bj. 1 Saß 1: „etwa8“ und hiezu Bem. I, 3 zu $812; vgl. Dernburg, Band.
Bd. 2 8 138 Anm. 6—9, WindfHeid-Kipp, Band. Bd, 2 S. 867 ff. Anm, 4—14).
Hiezu gehört in8befondere au der Befiß, da diefer, wenn er auch nicht al8 ding-
fihe8 Recht betrachtet werden kann, doch eine Sfonomtidh wertvolle Recht8pofition begründet,
{(condictio „possessionis‘; val. €. I, 737 Ubi. 3: „Die Rücforderung findet au dann ftatt,
wenn die Leiftung nur in der Einränumung des Befige8 oder der Inhabung befanden Hat“;
WM. IT, 830 ff., 36. II, 426, BR, II, 694; vgl. Bd. III S, 14 ff. Borbem. IV, B und VII vor
8 854, Mayr S. 128 fi, Sturm a. a. OD. S. 104 ff., Urt. d. OLG. Hamburg vom 26. März
1906 Ripr. db. OLG, Bd. 14 S, 32; vgl. Dernburg, Band. Bd. 2 8 138 Anm. 12, Wind-
ihetd-Kipp, Band. Bd. 2 S, 868 Anm. 7). Ift die Rücktbertragung des Befige8 nicht
möglich, jo ift fein Wert nad freiem Ermejfen feftzujegen (S 818 Abi. 2). Die Geltend-
macdhung Petitorifcher Cinreden gegenüber der condictio possessionis ift zuläffig, da diefer
Anfbpruch fein poffejjoriihes NechtSmittel i{t (WM. II, 831).
Ueber Inhalt und Uınfang des GerauZgabeanjpruchs |. SS 818—820 und Bem. Hiezu;
über die gefamtfehnldnerifche Haftıng gegenüber der Bereicherungsklage {. Bem. 1 Ubi. 4
Au 8 818,
6, Der Unfpruch aus ungerechtfertigter Bereicherung {ft nicht fnbfidiärer Natur, {o
daß er auSge[Aloffen wäre, wenn bem Sefjchädigten andere Nechtsbehelfe (3. B. Anfiprud auf
Schadenzerfag wegen unerlaubter Handlung gegen den Bereicherten oder einen Dritten) zu
itehen; felbjtverftändlich {ft aber die BereicherungSklage auf Nücgewähr des Cigentum8 dent
jenigen verjagt, ber fein Eigentum nicht verloren Hat (ebenfo Stammler a. a. ©. S. 167,
Pland Borbem. 5, SchoNlmeyer S, 209 Anm. 2, Neumann Borbem. 1, Goldmann-Lilienthal
S. 866, Dernburg S 374 Anm. 6, Kohler S. 461, Achilles Note 6 zu 8 812, Klefjen S. 58 ff.,
Urt. d. Keichsger. vom 25. Wpril 1901 RGSE. Bd. 48 S. 139 ff.; |. nunmehr auch Endes
mann I 8& 198 Anm. 12 und Filder: Henke Note 9 zu S 812; and. An]. Mayr S. 356 f,,
ıber au S. 418 ff., Jowie Dertmann Borbem. 4; vgl. au Sturm a. a. OD, S. 99 ff., Uht.
d. MeidhSger. vom 13. April 1908 Jur, Wichr. 1908 S, 403 ff.), Der Bereigherungsanfpruch
auf Herausgabe einer Sade al condietio possessionis (}. oben Bif. 4) kann aud) dem
Sigentümer zuftehen und wird dur den Unıftand, daß dem Eigentümer auch die Befikgllage
sur Berfügung fteht, niGt ausgefchloffen (Io mit Recht Plan Borbem. 5; vgl. auch Dert-
mann Borbem. 2, a, ß.)
Ueber das Verhältnis der Anfprüche wegen ungerechtfertigter Bereicherung zum Au r-
iedtungSredHt auf Grund des3 8 123 f. Bd. I Bem. VII zu 8 123. Ueber Bez
;eigerung aus Patentvberleßung f. Urt. d. RMeihHSger. vom 8. Juli 1908 Recht
1909 Yr. 3020 und die in diefent Urteil ermähnten früheren Ent{h. d. Meihsger.
7. Sinfichtliq der Berjährung der Anfpriüce aus ungeredhtfertigter Bereicherung gelten,
joweit nidt für einzelne Fälle eine gegenteilige Beftimumung getroffen it (val. 3. B.
SS 977, 1301, 1302, 2287, 2332 %6f. 2), die allgemeinen Grundjäge der SS 194 fj.; der
Mnfbruch verjährt alfo in 30 Jahren (ebenfjo Urt. d. ReichSger. vom 23. Dezember 1909 NGE.
Bd. 72 S, 336; and. Anf. Jofef in ruchot, Beitr. Bd. 50 S. 228 ff., nach welchem die
„objektive Natur des AnjpruchsS“ entigheiden {oll).
Die durch ungerechtfertigte Bereicherung begründete Ginrede (vgl. Bem. III zu S 812)
verjährt mit dem Anjpruche felbft (IM. II, 831); nad S 821 kann aber, wer voHne rechtlihen
Srcund eine Verbindlichkeit eingeht, die Erfüllung au dann verweigern, wenn der Anfyruch
auf Befreiung von der Verbindlichkeit verjährt ift
8, Zür den Fall des Konkurfes über das Vermögen des Bereicherten folte nach
zinem in der II. Komm. geftellten AUntrage dem HücfjforderungsSberechtigten durch Gewährung
N *) Val. U. Stieve, Der Gegenitand des BereiherungsanipruG3 nad dem BSGB.,
Strabburag 1899: Mayr a. a. DO. S. 589