Rentenmacht und dadurch auch der Zinsmacht aus den
Händen des Individuums. Der Land-Liga gegenüber
wollten sie ein freundsschaftliches Verhältnis bewahren,
wenngleich „Deutsch Land“ in keiner engen Beziehung
zu ihr stehe.
as Blatt ist mit bemerkenswertem Geschick geleitet
Y worden und ist bis ende 1889 regelmäßig erschienen.
Flürscheim hat fast den ganzen Inhalt geliefert. Seine
Beiträge zeigen überall den urwüchsigen Stil des weit-
gereisten Mannes, der einer angesehenen Frankfurter
Familie entsprossen, in Amerika den Grund zu seinem
Vermögen gelegt und in Gaggenau aus einem kleinem
Eisenwerk ein modernes Fabrikanwesen von bedeuten-
dem Umfang geschaffen hatte. Er hatte inzwischen seine
Fabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und hatte
sich mit einem großem Vermögen aus dem Geschäft zu-
rückgezogen, um sich ganz seinen Reformvorschlägen zu
widmen.
Mit Stamm, dem er wie in seinem Buch (S. 361) auch
hier anerkennende Worte gewidmet hatte, ist er bald in
Streitigkeiten geraten. Stamm hatte behauptet, daß
Henry George sein Buch „Fortschritt und Armut“ Ka-
pitel für Kapitel nach den Leitsätzen des von Stamm ge-
gründeten Vereins für Humanismus gebildet habe, eine
Behauptung, die George in dem von mir schon auf Seite
55 erwähntem Brief als unrichtig bezeichnet hatte. Dazu
ist ein Streit über die Zinstheorie Flürscheims gekom-
men. Stamm sollte sie nach den Aushängebogen des Flür-
scheimschen Buches für die dritte Auflage seines eigenen
Werkes benutzt haben und wollte nun obendrein Flür-
sscheim als Plagiator hinstellen.*)
Auch mit den Führern der Land-Liga, Martin Hilde-
brandt und Max F. Sebaldt, ist es trotz der guten Vor-
MH Deutch Land 1888 S. 53.
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