[)? Privatdozent Dr. Leo Ar o n 8 aus Straßburg
i. E. machte den Vorschlag, bei den Gemeindebehör-
den anzuregen, zur Errichtung von Wohnhäusern geeig-
nete städtische Terrains an Baugessellschaften zu über-
lassen und Straßen anzulegen. Der nach Verzinsung der
Baukosten verbleibende überschuß sollte zur Amortisie-
rung der Häuser verwendet werden. Sei dies geschehen,
so sollten die Häuser in den Besitz der Kommune über-
gehen.
Der Name des Bundes wurde mit Rücksicht auf die in
der Schweiz und Holland bestehenden Vereine in:
„Denutscher Bund für Bodenbefsitzre form“
umgewandelt.*) An die Stelle von Jan Stoffel, der die
Führung der Bodenreformer in Holland übernommen
hatte, trat Rechtsanwalt Dr. Doepner in Dortmund in
den Vorstand ein, während ich die freigewordene Stelle
von Bronner übernahm, der in das schweizerische Ko-
mitee eingetreten war. Es wurde ferner die Heraus-
gabe eines Wochenblattes angekündigt, das im kommen-
dem Jahr in Düsseldorf erscheinen sollte und dessen Re-
daktion Dr. Heinrich Wehberg übernehmen wollte. Am
Schlusse der Versammlung ist an Henry George ein Te-
legramm abgeschickt worden, worin die deutschen Boden-
reformer ihrem amerikanischem Pionier herzliche Grüße
sandten.
[Ft 1889 hat Professor Max S eil in g unter dem
Titel: „Flürscheims Vorschlag zur Lösung der sozi-
alen Frage“ eine kleine Schrift herausgegeben, die in
Berlin bei Salis erschienen ist. Er hat darin ausgehend
von Schopenhauers Wort, ein Haupthindernis des Fort-
schrittes sei, daß die Leute nicht auf die hören, die am ge-
scheitesten, sondern auf die, die am lautesten reden, die
soziale Notlage, ihre Ursachen und Heilmittel unterssucht.
T H Deuifs Land 1889 Nr. 31.
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