Er hat in seiner kleinen Schrift die Kernpunkte der Leh-
ren Flürscheims zusammengefaßt und hat in Überein-
stimmung mit ihm die wichtigste und folgenreichste Wir-
kung der Bodenreform in ihrem Einfluß auf die Güter-
verteilung gesehen. Mit steigenden Löhnen werde die
Konsumfähigkeit der Arbeiter wachsen. Der steigende
Konsum werde den Absatz und dieser wieder die Güter-
erzeugung und die Arbeitgelegenheit erhöhen (S. 13).
Flürscheims Weg führe zur ständigen Vermehrung der
Produktion und des Kapitals in mächtiger Wechselwir-
kung (S. 22).
Ebenso bemerkenswert ist das kleine Buch, das Dr.
Karl Sch mi dt damals unter dem Titel: „Zünftig oder
vernünftig?“ (Berlin 1890 bei F. Fontane) herausge-
geben hat. Das Buch enthielt die Besprechung von drei
Reform-Programmen, unter denen sich Güßfelds Er-
ziehung-Reform, Erdmanns Rentengut und Flürscheims
Diagnose und Heilung der sozialen Krankheit befunden
haben. Flürscheim hatte erzählt, daß im altem Athen auf
jedem Grundstück ein Stein gestanden habe, auf dem die
Schuldsumme eingehauen war, und er hat mit ihm unsere
Grundbücher die papiernen Leichensteine genannt, unter
denen der gepriesene freie deutsche Boden begraben liege
(S. 71).
Dr. Schmidt hat Flürscheim einen der besten Köpfe
unserer Zeit genannt. Seine Lehre untersscheide sich von
der sozialdemokratischen in den allerwesentlichsten Punk-
ten. Er liege deshalb auch in beständigem Kampfe mit
ihr und sei, seines Wissens, immer Sieger geblieben.
Seine Lehre sei die einzige, die die Sozialdemokratie über-
winden könne (S. 73). Der Nachweis der Zinsvernich-
tung, die er die indirekte Wirkung der Bodenreform
nenne, sei Flürscheims besonderes alleiniges Verdiensst.
George und die übrigen Bodenreformer hätten nur die
direkten Wirkungen erwiesen. Aber diese seien schon er-
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