Grundsatz maßgebend zu sein scheine, daß die Sprache
dazu da sei, die Gedanken zu verbergen.
Er begann mit der Schilderung des Problems, das
die moderne Entwickelung uns gestellt habe. Wegen so-
genannter überproduktion, die in Wirklichkeit nicht vor-
handen sei, hätten wir Arbeitlosigkeit. Die Menschen
litten Mangel am nötigsten, weil zuviel Vorräte vor-
handen seien:
„Die heutige soziale Frage ist ein e Über flu ß frage,
während sie früher eine M a ng e l frage war." (S. 4.)
Die Zollfrage könne als Krankheiturssache nicht ernst-
haft genannt werden. Wir sähen die gleichen Erschei-
nungen in dem freihändlerischem England wie in dem
schutzzöllnerischem Amerika (S. 14). Das Symptom der
Krankheit, das sich in allen Ländern gleichmäßig vorfinde,
sei der schnell zunehmende Reichtum einer Minderheit
neben Massenverarmung (S. 20 u. 501). Das Hauptun-
glück bestehe aber nicht darin, daß einzelne im Überfluß
schwelgten, während die Massen darbten, sondern in dem
Umstand, daß erstere nicht noch mehr vergeudeten, d. h.
daß sie ihr Einkommen nicht verbrauchten, sondern zum-
teil ersparten und zinsbringend anlegten. wodurch eine
weitere Verschiebung des Einkommenverhältnisses in der
unheilvollen Richtung stattfinde (S. 23 und 561):
„Die auf gesicherter Grundlage ruhenden Tributrechte der
Minderheit und ihr unverzehrtes Einkommen vergrößerten
sich ständig, während die verschuldeten Massen infolge ihrer
wachsenden Zinsschuld im Verhältnis immer weniger im-
stande seien, den Ausfall durch ihren eigenen Konsum zu
decken.“ (S. 5692.)
M * Flürscheim wies auf die perssische Erzählung
von dem Erfinder des Schachspieles hin, der als
Belohnung dafür vom Schah für das erste der 64 Felder
des Schachbrettes ein Weizenkorn und für jedes der übri-
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