Grabe aller menschlichen Errungenschaften, unserer ganzen
Zivilisation würden:
Der Zins und Zinseszins bilden die
Macht, geg en welche die Arbeit nicht ankämpf
en kan n (S. 563).
Über diese Fragen hat Flürscheim mit Henry George
brieflich und mündlich viel verhandelt, ohne eine vollständige
Einigung zu erzielen. Es ist indes, wie Flürscheim
mir mitgeteilt hat, eine übereinstimmung zwischen
ihnen darüber erzielt worden, daß mit der Wegnahme
der Grundrente der größte Teil aller Zinsen fortfallen
würde. Bei einer öffentlichen Aussprache in Neuyork
im Manhattan single tax-Klub im April 1893 ist George
in dieser Hinsicht noch einen Schritt weitergegangen. Er
hat, ohne von den Auseinandersetzungen seines Freundes
ganz überzeugt zu sein, nach Flürscheims Rede offen
erklärt: Wenn Flürscheim in diesem Punkte Recht habe,
daß der Zins mit der privaten Grundrente verschwinden
würde, sei alles was er sagen könne: Um s o b e ss e r!*)
Ich habe in dieser Frage immer den Standpunkt Flürscheims
geteilt und bin mit ihm der Ansicht, daß das
schwinden der Möglichkeit, sich der steigenden Grundrente
dauernd zu bemächtigen und Kapitalien in mündelsicheren
Hypotheken, in Pfandbriefen oder in Schuldversschreibungen
des Staats oder der Gemeinden anzulegen, ein zunehmendes
Angebot von Leihgeld und damit ein beständiges
sinken des Zinsfußes zur Folge haben müßte. Damit
würde die Gefahr eines übermäßigen anwachssens
von Zinsansprüchen in weite Ferne gerückt werden.
Es ist eins der großen Verdienste, die Flürscheim sich
erworben hat, das erkannt und angestrebt zu haben, und
ich stehe nicht an, zu sagen, daß er in diesem Punkte schärfer
gesehen hat, als alle Bodenreformer vor und nach
*) Flürsch eim, Michael. Not aus Überfluß. Leipzig 1909. S. 213.
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