Qu ch hatte schon in den Jahren 1886 bis 1889 in einigen
LÖ fortschrittlichen Vereinen Vorträge über die Boden-
frage gehalten und hatte meist eine gute Aufnahme ge-
funden. Am 4. Februar 1890 hatte K ai s er Wilhelm
II. seine Erlasse über die Arbeiterfrage bekannt gegeben.
Es folgte die Einberufung des Sta at sr at s, dessen
Verhandlungen vom 26. bis 28. Februar 1890 unter dem
Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers im Saale des Bundes-
rats in Berlin stattgefunden haben. Zur Teilnahme an
den Beratungen sind auf Befehl des Kaisers einige Sach-
verständige berufen worden, unter denen ich mich als
junger Fabrikant befunden habe.
Die Beratungen haben sich in der Hauptsache auf die
Beschränkung der Sonntagarbeit, auf die Beschäftigung
von Frauen und jugendlichen Arbeitern, den Erlaß von
Arbeitordnungen und die Wahl von Arbeiterausschüssen
erstreckt. Ich habe mehrmals Gelegenheit gehabt, vor
dem Kaiser und der hohen Versammlung die Einführung
konstitutioneller Grundsätze in den Großbetrieben zu be-
fürworten. Es war dabei zwischen den Vertretern der
rheinisch-westfälischen Großindustrie und mir zu lebhaf-
ten Auseinandersetzungen gekommen, bei denen ich ganz
gut abgeschnitten hatte.
Y. am letzten Tage auch die Arbeiterwohnungfrage
zur Verhandlung kam, habe ich Gelegenheit erhalten,
Seine Majestät den Kaiser und die hohe Versammlung
auf die Bestrebungen der Bodenreformer aufmerksam zu
machen. Ich habe besonders auf das vorgehen des Se-
nats meiner Heimatstadt Hamburg bei Enteignung und
Bebauung des neuen Freihafens hingewiesen, den der
Kaiser im Jahr vorher besichtigt hatte. Ich habe die
großen Vorzüge dieses vorgehens des Hamburgischen
Senats geschildert, das auf Seite 91 von mir erwähnt
worden ist, und ich habe empfohlen, ein gleichartiges Ver-
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